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Viersen
Kaiser's-Haus soll Dauerunterkunft werden

Viersen: Kaiser's-Haus soll Dauerunterkunft werden
Die T-förmige Figur im Brunnen vor dem Hochhaus erinnert noch an den vorherigen Nutzer: die Firma Kaiser's Tengelmann. FOTO: busch
Viersen. In dem Gebäude soll nach dem Willen der Stadt Viersen eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge entstehen. Die zuständige Bezirksregierung hat offenbar bereits Bereitschaft signalisiert. Von Sebastian Fuhrmann

Die Stadt Viersen hat sich ein weiteres Mal zum Umzug der Flüchtlinge von der Sporthalle Ransberg in das leerstehende Kaiser's-Verwaltungsgebäude am Lichtenberg geäußert. Am Dienstagmorgen gegen neun Uhr sollen die 150 Menschen, die der Stadt Ende Juli kurzfristig zur Erstaufnahme zugewiesen worden waren, dort einziehen - es werden wahrscheinlich nicht die letzten Flüchtlinge sein, die in dem Hochhaus Unterkunft finden.

Was gestern deutlich wurde: Die Stadt plant, in dem Gebäude dauerhaft eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge einzurichten. Gespräche mit der Bezirksregierung habe es schon gegeben, hieß es in einer Mitteilung. Zwar steht eine Genehmigung noch aus, doch wie zu erfahren war, steht das Land den Nutzungsplänen wohl positiv gegenüber. Der Mietvertrag mit der Firma "Lgicor", der Eigentümerin des Gebäudes, gilt erst einmal bis Oktober, aber Bürgermeister Günter Thönnessen rechne damit, "dass auch die Gespräche in über eine weitergehende Nutzung des Gebäudes in den kommenden Jahren in einer ähnlich offenen und konstruktiven Atmosphäre verlaufen werden wie bisher". Heißt wohl: Auch "Logicor" scheint nicht davon abgeneigt zu sein, das Gebäude längerfristig an die Stadt zu vermieten.

Die Kapazitäten in den regulären Erstaufnahmestellen des Landes Nordrhein-Westfalen sind erschöpft. Die zuständige Bezirksregierung sucht deswegen händeringend nach Gebäuden, die für die Erstaufnahme von Flüchtlingen geeignet sind. Im alten Kaiser's-Gebäude könnten bis zu 600 Neuankömmlinge unterkommen. In der Regel bleiben Flüchtlinge nur wenige Wochen in den Erstaufnahmestellen, wo sie erstmals registriert und von dort aus schließlich den einzelnen Kommunen zugewiesen werden.

Sollte in Viersen eine Erstaufnahmestelle entstehen, könnte das für die Stadt finanzielle Entlastung bedeuten. Weil die Erstaufnahme von Flüchtlingen Landessache ist, kommt das Land für die Unterbringungskosten auf. Gleichzeitig werden die am Lichtenberg untergebrachten Flüchtlinge aber der Stadt Viersen angerechnet, die eine bestimmte Zahl von Flüchtlingen unterbringen muss. Das heißt: Der Stadt könnten, sollte die Erstaufnahmestelle kommen, künftig weniger Asylbewerber langfristig zugewiesen werden, für deren Unterbringung sie als Kommune selber aufkommen muss.

Quelle: RP
 
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