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Viersen
Kaufbares preiswert abzugeben

Viersen: Kaufbares preiswert abzugeben
Stellten gestern die Kempener "kaufbar" vor (von links): Hans-Josef Kampe, Reiner Lennertz, Martina Maaßen, Nicole Hoffmann, Mario Trittin und Andrea Lennartz. Am kommenden Mittwoch ist erstmals von 14 bis 18 Uhr geöffnet. FOTO: Kaiser
Viersen. In Viersen ist das Sozialprojekt bereits seit einigen Jahren sehr erfolgreich. Jetzt gibt es auch in Kempen eine Filiale der "kaufbar". Im renovierten Haus An St. Marien 16 an der Propsteikirche gibt es jetzt "Erstklassiges aus zweiter Hand" Von Andreas Reiners

Der Begriff "Gebrauchtwarenkaufhaus" klingt eher etwas schnöde und beschreibt das Projekt, das seit einigen Jahren in Viersen mit großem Erfolg läuft, nur unzureichend. Unter dem Titel "kaufbar" gibt es in Viersen seit geraumer Zeit eine Einrichtung, die im doppelten Sinne hilft: Zum einen gibt sie Arbeitssuchenden, die schon länger ohne Job sind, die Möglichkeit, sich mit einer sinnvollen Beschäftigung zu qualifizieren, um wieder am Berufsleben teilzuhaben. Zum anderen bietet die "kaufbar" aber auch "Erstklassiges aus zweiter Hand", ist sozusagen eine besondere Fundgrube für Schnäppchenjäger. Was in Viersen gut läuft, soll nun auch in Kempen Kunden anlocken. Gestern wurde eine weitere Verkaufsstelle der "kaufbar" im Schatten der Propsteikirche eröffnet.

Eine Leder-Handtasche für 4,50 Euro, eine Marken-Winterjacke für 30 Euro, sechs limitierte Deko-Teller eines bekannten Herstellers für 90 Euro oder ein hochwertiger Vitrinenschrank für 220 Euro: In der neuen "kaufbar" finden preisbewusste Käufer garantiert ihr Schnäppchen. Die Artikel sind gespendet, stammen zum Teil aus Haushaltsauflösungen. "In Kempen zeigen wir einen Teil unseres Sortiments, darunter einige schöne Möbel, Schmuck und ausgesuchte Kleidung", sagt Hans-Josef Kampe. Er ist Vorsitzender der kreisweit agierenden Suchtberatung Kontakt-Rat-Hilfe, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Verein Brückenbau die gemeinnützige kaufbar gGmbH gegründet hat.

Das Sozialprojekt geht auf eine Initiative des Kreises Viersen zurück. Die gründete vor Jahren die Gesellschaft zur Förderung von Beschäftigung (GFB). Mit Fördermitteln wurden Arbeitssuchende qualifiziert und in vielen Fällen wieder in einen Job vermittelt. Schon damals wurde die Idee des Gebrauchtwarenkaufhauses in Viersen geboren und die "kaufbar" an der Heimbachstraße in der Nähe der Festhalle eröffnet. Als das Sozialprojekt angesichts zurückgehender Fördermittel fast zum Erliegen kam, der Kreis musste mangels Geld die GFB auflösen, sprang der Verein Kontakt-Rat-Hilfe ein. Auch der Verein Brückenbau schloss sich an, um die begonnene Erfolgsgeschichte weiter schreiben zu können.

Nach dem Motto "Aus Arbeit in Arbeit" wird der Wiedereinstieg der Arbeitssuchenden vorbereitet. Die Mitarbeiter holen die gespendeten Sachen auf Wunsch ab, bereiten sie in einer Werkstatt für den Verkauf auf, sorgen für eine ansprechende Präsentation und beraten die Kunden. Auch um die Internetseite www.kaufbar-viersen.de kümmern sie sich. Die rund 50 Arbeitssuchenden werden in dem Sozialprojekt von fünf Anleitern, Arbeitserziehern und Ausbildern begleitet.

Das Projekt wird vom Land NRW, vom Europäischen Sozialfonds, dem Kreis Viersen und dem Jobcenter Kreis Viersen gefördert. Alle Erlöse tragen zur Finanzierung des Projektes bei.

Quelle: RP
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