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Viersen
Kein Eiserner Rhein an der A 52

Viersen: Kein Eiserner Rhein an der A 52
Das Bild einer Schienenstrecke für den Güterverkehr entlang der A 52 hat seit Freitag von Niederkrüchten über Schwalmtal, Mönchengladbach-Hardt bis Viersen seinen Schrecken verloren. Bundesminister Ramsauer will sie nicht. FOTO: Busch
Viersen. Bundesverkehrsminister Ramsauer erklärt alle Diskussionen um Varianten zur historischen Trasse für beendet. Das Land NRW hatte die Variante an der Autobahn mit Kostenberechnungen noch einmal ins Spiel gebracht. Von Ludger Peters

Die Neubauvariante der Güterverkehrsstrecke "Eiserner Rhein" entlang der A 52 ist Vergangenheit. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat Landesverkehrsminister Michael Groschek mitgeteilt, dass er weitere Diskussionen über Alternativen zur historischen Streckenführung endgültig als beendet ansieht. Das ist das Ende jeder Diskussion um die Trasse entlang der A 52.

Die Landesregierung hatte in den vergangenen Wochen intensiv versucht, die Alternative an der A 52 noch in den neuen Bundesverkehrswegeplan zu bringen. So rechnete das NRW-Ministerium vor, die historische Strecke sei dreimal so teuer wie bisher angenommen.

Entsprechend enttäuscht reagierte NRW-Verkehrsminister Groschek (SPD). Die "offensichtliche Festlegung auf die historische Trasse" sei ein Schlag ins Gesicht der Bürger dort. Statt die "Güterverkehrsstrecke entlang der A52 zu führen", scheine Ramsauer die Strecke durch Wohngebiete zu bevorzugen. Es sei eine Klagewelle zu erwarten, wenn die historische Strecke ertüchtigt werde, die enorm viel Zeit koste.

Zufrieden äußerte sich dagegen der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Berger, der die Variante an der A 52 entlang immer bekämpft hatte – und sich damit auch gegen die eigene Fraktion in der Regierungszeit von Jürgen Rüttgers gestellt hatte. "Ich beglückwünsche die Bürger entlang der Trassenvariante A 52, weil sie nun nicht mehr befürchten müssen, dass die Schienenstrecke doch einmal gebaut wird." Sein Engagement habe sich jedenfalls gelohnt, sagte er. Sein CDU-Kollege Marcus Optendrenk stellte fest, es zahle sich für die Landesregierung nicht aus zu versuchen, "ohne Rückkoppelung mit den Niederlanden und Belgien grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte voranbringen zu wollen". Optendrenk zweifelt, dass die Strecke jemals noch in Angriff genommen wird: "Der Eiserne Rhein wird immer mehr zum verkehrspolitischen Phantom." Die Landesregierung solle lieber den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Kaldenkirchen–Dülken mit Lärmschutz vorantreiben.

Ramsauers Entscheidung stoppt sämtliche Untersuchungen und Planungen für den Neubau neben der Autobahn. Er weist darauf hin, dass sich die Niederlande und Belgien auf den historischen Trassenverlauf geeinigt hätten und nur noch in diese Richtung planen. Das bleibt schwierig. Die gegen die historische Strecke zusammenarbeitenden Gemeinden und Verbände in den Niederlanden haben sich vergangene Woche gegen den Antrag des Güterbahn-Unternehmens Pro-Rail gewandt, auf der Strecke Weert–Budel Güterzüge fahren zu lassen. FRAGE DES TAGES

(RP/ac/jco)
 
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