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Brüggen
Kein Geld für Brüggener Chronik

Brüggen. Was Bracht zum 900-jährigen Bestehen bekommen hat - eine wissenschaftlich recherchierte Chronik - kann sich die Verwaltung auch für Brüggen und Born vorstellen. Ein Problem: Die Verwaltung will den Haushalt konsolidieren und hat das Thema dem Rat in der jüngsten Sitzung zur Entscheidung überlassen.

Die Herausgeberin der Brachter Chronik, Ina Germes-Dohmen, schätzt, dass eine Ortsgeschichte für Brüggen und Born rund 120.000 Euro kostet. Einige der Autoren der Brachter Ortsgeschichte hatten bereits signalisiert, dass sie auch an einer weiteren Chronik mitarbeiten würden. Im Kulturausschuss erhielt die Verwaltung den Auftrag, Fördermöglichkeiten zu prüfen. Laut Wirtschaftsförderer Guido Schmidt würde sich die NRW-Stiftung mit maximal 2500 Euro beteiligen, wenn ein Verein als Träger das Buch erstellen würde. Der Landschaftsverband Rheinland könnte 25.000 Euro zuschießen, wenn die Chronik innerhalb eines Jahres fertig wäre. Der Hauptsponsor der Brachter Ortsgeschichte, die Stiftung der Sparkasse Krefeld, könne eine Förderung nicht in Aussicht stellen. "Wir befinden uns in einem Dilemma", sagt Guido Schmidt. Der Wunsch nach einer Konsolidierung des Haushalts steht den Ausgaben für eine neue Chronik gegenüber. Thomas Schmidt (CDU) forderte die Ratsmitglieder auf, zu überlegen "wie man an andere Mittel kommt". Er hoffte auf Interesse aus der örtlichen Industrie. Gottfried Optenplatz (SPD) befürchtete, dass die Zeitzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg "verloren gehen" und so die jüngste Geschichte nicht mehr aus erster Hand übermittelt werden könne. René Bongartz (Grüne) sprach von einer "mickrigen Förderkulisse" und fordert auf, ein Sponsoring über EU-Projekte zu prüfen. Andreas Bist (FDP) hielt eine Realisierung zum jetzigen Zeitpunkt nicht für möglich. Rolf Gersemann (AWB) wurde deutlich: "Der Rat läuft Gefahr, sich ein Armutszeugnis gegenüber kommenden Generationen auszustellen." Bürgermeister Frank Gellen (CDU) schlug vor, den Punkt zurückzustellen, um keine falsche Entscheidung zu treffen. Erst solle der Haushalt 2017 beraten werden.

(bigi)
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