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Brüggen
Kinder entdecken das Leben in der Wiese

Brüggen: Kinder entdecken das Leben in der Wiese
Die Magerwiese neben dem Kindergarten Schleveringhoven ist Lebensraum und Nahrungsquelle für Vögel, Insekten und Spinnentiere. Was es dort alles zu sehen gibt, zeigen Kinder und Erzieherinnen in der Brachter Mühle. FOTO: Burghardt
Brüggen. Der Kindergarten Schleveringhoven stellt sein Wiesen-Projekt beim offenen Brachter Mühlentag am Sonntag vor. Die Jungen und Mädchen sind begeistert von frisch geschlüpften Distelfaltern. Von Joachim Burghardt

Der kleine Schmetterling zittert. Immer wieder pumpt er seine Flügel auf, bis sie sich farbenprächtig entfalten. "Guck, jetzt wackelt der", staunt Fabio, der mit den anderen Kindern dicht gedrängt um den Gazebehälter steht. Die frisch geschlüpften Distelfalter darin werden bald in die Freiheit entlassen, und zwar auf der Blumenwiese des Kindergartens Schleveringhoven in Bracht. Sein außergewöhnliches Wiesenprojekt, das den Kindern Schönheit und Schutz der Natur nahebringen soll, stellt der Kindergarten am Sonntag beim offenen Brachter Mühlentag vor.

Prächtig blühen Blumen, Kräuter und Gräser. Gelbe, weiße und rote Farbtupfer sind überall im satten Grün zu sehen, darüber ist ein Gesumme und Gebrumme und Geflatter von Bienen, Käfern, Schmetterlingen. Sie macht was her, die etwa 500 Quadratmeter große Weise auf dem gemeindeeigenen Grundstück neben dem Kindergarten. "Aber die Wiese fachgerecht anzulegen, das war ein hartes Stück Arbeit", erinnert sich Susanne Frenken, Leiterin des eingruppigen Kindergartens.

Vor vier Jahren wollte sich die Einrichtung der Gemeinde Brüggen mit einem ökologischen Projekt an einem Klimaschutz-Wettbewerb beteiligen. Frenkens Kollegin Mandy von Jagemann, die in Lobberich wohnt, stellte den Kontakt zu Heinz Tüffers vom Nettetaler Naturschutzhof her. "Wir haben uns dann für den Typ Magerwiese entschieden", erzählt Experte Tüffers.

So genannte Magerwiesen auf nährstoffarmen Böden gelten als ökologisch wertvoll, weil sie artenreich sind, aber hierzulande selten - und darum schützenswert. Den Boden aufbereiten und mit Sand vermengen, das Saatgut einbringen - dafür war Unterstützung gefragt. Dankbar zählt Frenken die Mithilfe von Eltern und Förderverein, Spendern, Bauhof und Brüggener Vereinen auf. Damit nicht genug, muss doch eine Magerwiese ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden: "Die Mahd mit Rechen zusammenzuharken, das dauert Stunden, da brauchen wir viel Hilfe", sagt Frenken.

In den ersten beiden Jahren überwog die Skepsis, ob sich das Projekt überhaupt gelohnt habe, entfalten doch Magerwiesen erst nach und nach ihre Artenvielfalt. Mittlerweile kann sich die Wiese sehen lassen, lockt Spaziergänger an, birgt Lebensraum und Nahrungsquelle vor allem für Vögel, Insekten und Spinnentiere. "Das riecht immer gut bei den Blumen", freut sich der kleine Paul, will an einer Margerite schnuppern - und hält inne: "Da ist eine Biene drauf, guck mal!"

Verschiedene Bienenarten lassen sich entdecken. Die Mauerbienen nutzen das von Kindern gebaute Insektenhotel am Rand der Wiese. Und Bienen sind auch ein Thema beim Mühlentag: "Imker sind beteiligt, Kindergärten machen was zum Thema Bienen", erklärt Jagemann. So haben die 24 Mädchen und Jungen in Schleveringhoven große, gelb gestreifte Bienen gebastelt, die in der Brachter Mühle ausgestellt werden. "Und dazu zeigen wir auf einer großen Fotowand unsere Magerwiese, auf der immer viele Bienen sind", kündigt Frenken an.

Neben den Bienen fallen auf der Wiese vor allem Schmetterlinge auf. Deren Leben haben die Kinder des Kindergartens Schleveringhoven erforscht, die Raupen von Distelfaltern im Gazebehälter beobachtet, wie sie sich verpuppen, Zuckerwasser und Blüten dazu gestellt. Fabio hat alles ganz genau betrachtet: "Da kommt der Schmetterling raus und wackelt, bis die Flügel ganz bunt sind!"

Quelle: RP
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