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Viersen
Kinder sprudeln über vor Begeisterung für Chemie-Versuche

Viersen. Erstmals zeigten Chemiestudenten der Hochschule Niederrhein Kindern im Jugendtreff "Alo", wie ein Vulkanausbruch aus Lebensmitteln entsteht. Von Bianca Treffer

Durch die Schutzbrille beobachten Baran und Nico gespannt den Lebensmittel-Vulkan vor ihren Augen. "Wir geben jetzt mit Lebensmittelfarbe gefärbtes Backpulver in den Vulkankegel", erklärt Lea Hellmann. Dabei deutet die Chemiestudentin der Hochschule Niederrhein auf die Glasschlüssel, in der das Gemisch angerührt ist. Nico gibt vorsichtig eine Portion auf die Fläche. Gespannt schauen die beiden Jungen auf den Vulkan, doch der rührt sich nicht - noch nicht. "Wenn wir eine Art Lava erzeugen wollen, müssen wir Zitronensaft dazu geben", verrät Hellmann. Ein kurzes Zögern von Baran, dann greift der Siebenjährige zur Zitronensaftflasche und gibt vorsichtig einige Tropfen ins Backpulver - jetzt brodelt und zischt es. Eine orange-rötliche Masse fließt auf einmal wie Lava den künstlichen Minihügel hinab.

Die beiden jungen Forscher sind begeistert - und sie sind nicht die Einzigen im Gruppenraum der Dülkener Kinder- und Jugendeinrichtung "Alo". Diese hat sich für den Besuch der Chemiestudenten in ein Forscherlabor verwandelt. Die Studenten zeigen den Kindern unterschiedliche Experimente.

"Für uns ist das heute eine Premiere", sagt "Alo"-Leiterin Bettina Passon. Zum ersten Mal haben der Kinder- und Jugendtreff, die OGS der benachbarten Primusschule und 18 Chemiestudenten der Hochschule Niederrhein kooperiert. "Eine ehemalige Ehrenamtlerin aus dem ,Alo', die heute Chemie studiert, sprach mich an, ob sie nicht ihr Studienprojekt bei uns durchführen könnte", berichtet Passon, die immer für neue Ideen offen ist.

Die Studenten sollen ein Projekt im Kinder- oder Seniorenbereich durchführen. Ihre Idee: ein abwechslungsreicher Nachmittag mit Versuchen, Backen, Basteln und Spielen. "Wir führen ein Projekthandbuch, in der von der ersten Idee bis zu unserer Abschlusspräsentation alles festgehalten wird", sagt Studentin Kerstin Dicks. Was ihnen wichtig war: den Nachwuchs behutsam an die Welt der Chemie heranzuführen und ihn dafür zu begeistern. So wie bei Marta. Sie hält einen Einheitskolben in den Händen. Darüber ist ein Luftballon gespannt, der sich langsam aufbläht. "In dem Glas sind Trockenhefe, Zucker und lauwarmes Wasser. Das reagiert jetzt und pustet den Ballon auf", erklärt die Siebenjährige. Sie hat genau zugehört, als Alan Cheikho ihr erläutert hat, wie dabei Kohlenstoffdioxid frei gesetzt wird.

Aus dem großen Gruppenraum zieht Plätzchenduft durch das gesamte Haus. Lautes Lachen ist zu hören. Hier werden Plätzchen gebacken und verziert. Denn: Backen ist nichts anderes als eine chemische Reaktion. Zudem gibt es Basteleien, Schneeballwerfen, ein Schokoladenspiel; jeder kann seine Nase in Riechkästen und die Hände in Fühlkästen halten. "Es hat Spaß gemacht und ich finde es toll, dass wir sogar ein Geschenk bekommen", sagt Lisa. Die Studenten hatten das Sponsoring für das Material organisiert, dazu gab es auch Forscherboxen sowie eine Tasche mit Orangen und Experimentieranleitungen.

Quelle: RP
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