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Schwalmtal
Kirchenkunst in Waldniel

Schwalmtal: Kirchenkunst in Waldniel
Die Barke besteht aus etwa zehn weißen Tuchdreiecken, die miteinander verspannt sind, und ist zwölf Meter lang. FOTO: Meyer
Schwalmtal. In der Pfarrkirche St. Michael in Waldniel treibt eine Barke. Sie hängt förmlich in der Luft des Schwalmtaldomes: Hier hat der Künstler Jens Meyer in dieser Woche seine fast masselose, schwebende, scheinbar federleichte Skulptur aus zwei gebogenen Carbonstäben und etwa zehn gedeckt weißen Tuchdreiecken, die miteinander verspannt sind, installiert. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Die "Barke Gallegiante" mit einer Länge von zwölf Metern ist ein frühzeitiger Beitrag zu den Tagen der Kunst, die am ersten Wochenende im September in Schwalmtal zu erleben sein werden.

In ihrer poetischen Anmutung, ihrer offenen Lesart, ihrer hoch ästhetischen Ausstrahlung und geometrischen Präzision zieht sie automatisch die Blicke der Kirchenbesucher auf sich und lädt zum Dialog mit dem Raum ein. Immer arbeitet Jens Meyer ortsbezogen, verändert mit seinen Skulpturen die Wahrnehmung des Raumes und macht seine Eigenarten sichtbar.

Das Schweben und Fliegen, so der Künstler, seien ihm sehr wichtig. Sein Wunsch sei es, dass sich dies auf die Besucher der Kirche übertragen lasse: sie sollten ihrer Fantasie freien Raum, sie fliegen lassen. Die Barke Gallegiante ist eine Arbeit, die - und das ist nicht nur dem kirchlichen Raum geschuldet - zu Kontemplation und Nachdenken einlädt. Das sei es, was den Menschen heute fehle, die Zeit für Visionen. Das Boot ist ein starkes christliches Symbol, es ist heutzutage ebenso mit dem Luxusliner verbunden wie mit dem gefährdeten und übervollen Flüchtlingsboot. Das Boot steht für das "Unterwegs" - so ja auch das Jahresthema des Kulturraums Niederrhein, zu dem die Tage der Kunst ihren Beitrag leisten. So kann sich der Kirchenbesucher mit dem imaginären Boot auf eine imaginäre Reise begeben und seine Gedanken treiben lassen. "Unsere Welt", so Meyer, "ist schon schwer genug. Ich möchte ihr mit meinen Skulpturen Leichtigkeit verleihen."

Jens Meyer ist 1958 in Hamburg geboren, studierte zunächst Wirtschaftsingenieurwesen in Darmstadt, bevor er zum Studium der Malerei und Bildhauerei in Karlsruhe wechselte. Er lebt und arbeitet in Essen. An vielen Orten weltweit installiert er seine Skulpturen.

Die 12. Tage der Kunst finden am 2. und 3. September statt. Am Samstag, 2. September, um 14 Uhr wird die Kunstausstellung offiziell eröffnet, ein Orgelkonzert und eine abendliche Laserinstallation auf dem Hariksee sind die Besonderheiten des Samstags. Sonntags wird das Rahmenprogramm aus einer Lesung, Straßenmusik, einer Zaubershow für Kinder und einem Schlagwerkkonzert bestehen. An beiden Tagen werden mehr als 30 Künstler an 17 Standpunkten in Waldniel, Amern, in Ateliers, den Kirchen, Altenheim, der Heimatstube, dem Kinderdorf, dem Mühlenturm Bilder und Objekte ihre Werke zeigen.

Quelle: RP
 
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