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Schwalmtal
Kita Kaiserpark soll erweitert werden

Schwalmtal: Kita Kaiserpark soll erweitert werden
Gebaut wird im Kindergarten an der Gangesallee immer — jedenfalls im Kleinen. Der Anbau für die Erweiterung auf fünf Gruppen ist ein deutlich größeres Projekt, das die Gemeinde unterstützt. FOTO: Jörg Knappe
Schwalmtal. In Schwalmtal steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder. Die Bethanien Kinderdörfer gGmbH will an der Gangesallee eine fünfte Gruppe einrichten. Die Gemeinde würde sich an der Finanzierung beteiligen Von Birgitta Ronge

Immer mehr Kinder gehen immer früher in den Kindergarten. Das ist eine Erfahrung, die in die Prognose des Kreisjugendamts einfließt, wenn es darum geht, abzuschätzen, wie viele Betreuungsplätze in der Gemeinde Schwalmtal zum Start des neuen Kindergartenjahres benötigt werden. Nach der Bedarfsschätzung des Jugendamts stehen zum 1. August für 493 Kinder zwischen drei und sechs Jahren 479 Plätze zur Verfügung - 14 zu wenig also. Bei den Unter-Dreijährigen fehlen gemeindeweit sieben Plätze, - für 149 Kinder gibt es 142 Plätze.

Eingerechnet sind schon die Plätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren sowie für Unter-Dreijährige, die durch die Wiedereröffnung des DRK-Kindergartens in Vogelsrath entstanden sind. Ebenfalls eingerechnet wurden zusätzliche Plätze, die im Kindergarten in der Schier und im Familienzentrum Anna Polmans in Amern eingerichtet wurden - befristet soll diese Erweiterung in den bestehenden Gebäuden aber nur für das Kindergartenjahr 2018/19 gelten.

Allerdings wird das wohl mittelfristig nicht reichen, um den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken. Für das Kindergartenjahr 2019/20 rechnet das Kreisjugendamt mit 510 Drei- bis Sechsjährigen, denen 487 Plätze zur Verfügung stehen - und das auch nur dann, wenn die Bethanien Kita Kaiserpark in Waldniel auf fünf Gruppen erweitert wird. Dann fehlen immer noch 23 Plätze - aber ohne die fünfte Gruppe in der Kita Kaiserpark wären es mehr.

Die Gemeindeverwaltung befürwortet daher den Vorschlag des Kreisjugendamts, die Kita Kaiserpark zu erweitern. Die Gemeinde ist bereit, das Vorhaben zu unterstützen, dem stimmte der Ausschuss für Demografie und Soziales am Dienstagabend einstimmig zu. Für den Träger, die Bethanien Kinderdörfer gGmbH, hatte Verwaltungsleiter Stephan Joebges das Vorhaben dargelegt. Danach sei das Kreisjugendamt an die Gesellschaft herangetreten mit dem Anliegen, in der Kita Kaiserpark eine weitere Gruppe einzurichten, indem angebaut wird.

Um den Anbau zu finanzieren, hatte der Träger nun die Gemeinde darum gebeten, sich finanziell zu beteiligen. Wie Joebges ausführte, gibt das Land im Rahmen eines Investitionsprogramms für Kindergartenplätze für Über-Dreijährige 30.000 Euro pro Platz. Bei einer Regelgruppe von 25 Plätzen, wie sie geplant ist, würde der Träger also 750.000 Euro bekommen. Allerdings umfasst die Zuwendung nur 90 Prozent - zehn Prozent muss der Träger als Eigenanteil aufbringen. Wie Joebges erläuterte, hat die Bethanien Kinderdörfer gGmbH in den vergangenen Jahren schon viel Geld ausgegeben, um Plätze für Unter-Dreijährige zu schaffen - mehr als 50.000 Euro in den vergangenen fünf Jahren. Als Träger sehe sich die gGmbH "nicht in der Lage, für die vom Kreisjugendamt angefragte Erweiterung erneut einen Eigenanteil in Höhe von jetzt 75.000 Euro aufzubringen", so Joebges. Hinzu komme, dass der Vermögenszuwachs nicht dem Träger zufließe, sondern dem Eigentümer des Gebäudes - also der evangelischen Kirchengemeinde. Er beantragte daher, dass die Gemeinde die Hälfte des Eigenanteils übernimmt, 37.500 Euro.

Wenn alles klappt, soll der Anbau zum Start ins Kindergartenjahr 2019 zur Verfügung stehen. Wie Klaus Esser, sachkundiger Bürger der CDU im Ausschuss und ab Juli Geschäftsführer der Bethanien Kinderdörfer, erklärte, soll der Anbau helfen, die Raumsituation in der Kita zu entzerren, er sei nicht allein für die fünfte Gruppe bestimmt. Esser wies darauf hin, dass 70 bis 90 Kinder dann in der Kita zu Mittag essen werden, "dafür kommen wir mit dem Platz nicht mehr zurecht".

Dass der Ausschuss jetzt zustimmte, heißt nicht, dass die Handwerker jetzt loslegen können: Die Politiker stimmten unter dem Vorbehalt zu, dass auch der Jugendhilfeträger das Vorhaben im Rahmen der Bedarfsplanung unterstützt. Über die Bedarfsplanung für das neue Kindergartenjahr wird in Schwalmtal am 30. Januar gesprochen. Der Beschluss zum Bedarfsplan steht dann am 21. Februar für den Kreisjugendhilfeausschuss auf der Tagesordnung. Der Unterstützung der Gemeinde kann sich Bethanien aber sicher sein. Die Gemeinde will "im Rahmen des Möglichen" auch helfen, die baurechtlichen Voraussetzungen für den Anbau zu schaffen.

Quelle: RP
 
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