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Niederkrüchten
Klage gegen McDonald's-Bau
Niederkrüchten: Klage gegen McDonald's-Bau
Aus der Sichtbarkeitsanalyse geht hervor, von wo der Werbepylon aus zu sehen wäre – wie hier von der Alten Zollstraße aus. FOTO: Karner
Niederkrüchten. Der Verein "Pro grünes Niederkrüchten" bereitet eine Klage gegen den Bau eines Fastfood-Restaurants am Elmpter Nollesweg vor. Der Vorwurf: Die Gemeinde habe beim Gutachten nicht sauber gearbeitet. Von Anne Goch

Der Verein "Pro grünes Niederkrüchten" bereitet eine Klage gegen den Bau des McDonald's-Restaurant am Nollesweg in Elmpt vor. Dies berichtet Vereinssprecher Marc Degenhardt. Nun sei endlich genug Material zusammen, dass er Erfolgschancen sehe. So habe der Verein ein eigenes Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben. "Und die Ergebnisse übertreffen unsere schlimmsten Vermutungen", sagt Degenhardt.

Man habe unter anderem wissen wollen, ob ein Gutachten zum Lärmschutz für die Autobahn von den Lärmwerten ausgehen dürfe, die die Planer der A 52 vor dem Bau des Teilabschnitts zugrunde gelegt hätten – und die in der Realität deutlich überschritten würden. Für die Anwohner sowohl am Lerchenweg als auch am Sand- und Felderweg mache es ja keinen Unterschied, ob das, was sie nicht schlafen ließe, nun die Autobahn oder der Verkehr und Betrieb beim Fastfood-Restaurant sei.

Ohne Schallschutz keine Chance

Der beauftragte Gutachter komme zu dem Schluss, dass man sehr wohl die tatsächlichen Lärmwerte der A 52 zugrunde legen und mit der geplanten Belastung durch die "Raststätte", wie es in dem Gutachten heißt, in Verbindung bringen müsse. "Am Lerchenweg sind nach dem Gutachten tags und nachts die Grenzwerte für Dauerlärm überschritten", sagt der Sprecher von "Pro grünes Niederkrüchten".

Ohne Schallschutzwand auf dem Parkplatz von Mc Donald's sehe der Gutachter keine Chance, dass das Vorhaben genehmigt werden könne. Auch eine Einschränkung der Nutzung dieses hinteren Parkplatzes in den Nachtstunden von 22 bis 6 Uhr sorge nicht dafür, dass die Lärmwerte unter die Grenzwerte gedrückt werden könnten.

Außerdem bringt der Gutachter auch den Werbepylon wieder in die Diskussion. Ungefähr 60 Meter hoch soll der werden, damit er in ausreichender Entfernung von hungrigen Autofahrern gesehen werden kann. Hier hatte die Bürgerinitiative bislang mit der störenden Optik und auch dem Tierschutz argumentiert. Fledermäuse zum Beispiel könnten durch das grelle Licht irritiert werden.

Der Gutachter sieht hier aber durch die Mastkonstruktion auch eine mögliche Geräuschquelle. Degenhardt wirft der Gemeinde vor allem vor, bei dem Grundlagegutachten nicht sauber gearbeitet und die Vorbelastungen durch die Autobahn nicht genügend berücksichtigt zu haben. "Der Gutachter spricht von einer unzumutbaren Zusatzbelastung, die man in den Vorgutachten nicht deutlich gemacht habe, weil man von falschen Voraussetzungen ausgegangen sei", erklärt Degenhardt.

Die Klage soll nun bewirken, dass alles noch einmal überprüft wird. Derweil hat die Initiative auch einige Beschwerden eingelegt. Bürgermeister Herbert Winzen bestätigte, dass es eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn gebe, zu der er sich aber unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern möchte. Degenhardt wartet auf Antworten: "Am 25. Februar ist bei der Gemeinde Akteneinsicht beantragt worden, die gibt es bis heute nicht", sagt er.

Quelle: RP/rl
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