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Viersen
Klaus Polenz stellt in Viersen aus

Viersen. Seit fast einem Jahr schon existiert eine kleine Kunstgalerie im Dachgeschoss eines Wohnhauses auf der Gereonstraße 88 in Viersen. Dort lebt Ursula Siebert-Hüsken, die seit der Zeit ihres Ruhestandes zum einen ihre frei gewordene Zeit nutzt, um ihre malerischen Ambitionen verstärkt zu realisieren, und zum anderen einen Raum schuf, in dem sie etwa zweimal jährlich auch Werke anderer Künstler ausstellt. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Die dritte Ausstellung in der "Galerie 88" ist den Arbeiten des Krefelders Klaus Polenz gewidmet. Klaus Polenz, dessen "Vielfältigkeit und Fantasie" in der Darstellung zahlreicher Themen Siebert-Hüsken begeisterte, wurde 1942 in Krefeld geboren. Eigentlich Textilingenieur, verweigerte er sich einem Job in dieser Branche und widmete sich der Kunst. Als langjähriger Mitarbeiter der hauseigenen Siebdruckerei der Galerie Hans Mayer in Krefeld kam er in Kontakt mit der Grafik, aber auch mit vielen Künstlern.

So entwickelte er eine eigene Bildsprache. In der "Galerie 88" zeigt Polenz Arbeiten aus den 1970er- und 1990er-Jahren. Er beschäftigt sich in seinen Tuschezeichnungen mit dem Menschen in seiner Beziehung zu anderen. Polenz' Ziel ist es, "Aussagen zu schaffen, die menschliche Lebenssituation im harten Kontrast aufzuzeigen". Daher verwendet er sehr häufig ausschließlich schwarz und weiß. Für Polenz verkörpert "Schwarz die Ungewissheit", Weiß "die Hoffnung".

Man muss schon genau hinsehen, um alle Details der ohne Vorzeichnung mit einem Tuschezeichenstift entstandenen Blätter zu verstehen. Mit einem satirischen Blick hält Polenz das Hintergründige und Verborgene im Menschen fest. Seine Gesichter stecken voller Überraschungen: In einem Auge verbirgt sich ein Gesicht, wiederholt taucht eine Kralle auf, aus einem Gesicht werden zwei, an anderer Stelle gar zusätzlich noch ein Vogel mit krummem Schnabel. Diese Blätter stecken voller Geschichten - ob es erfreuliche sind, mag man nicht schnell entscheiden.

Die Tatsache, dass Menschen eher an Geschäften als an Galerien vorbei schlendern, brachte Ursula Siebert-Hüsken auf den Gedanken, Arbeiten von Polenz für die Dauer der Ausstellung in ihrem eigenen Hause verschiedenen Geschäftsinhabern anzubieten. Sieben haben das Angebot begeistert auf- und angenommen. So waren schon einige Tage vor der Eröffnung der Ausstellung am heutigen Freitag, 6. November, Bilder von Polenz in der Öffentlichkeit zu sehen: im Schaufenster der Firma Paschmann, des Vintage Stores, der Firma Polster Binsfeld, des Frisuers Glückssträhne, von Sofias Fußpflege & Nageldesign Studio sowie in den Schaufenstern der Boutiquen Angelika Houben und Hildegard. Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Arbeiten geht an die Viersener Tafel.

Die Ausstellung wird heute um 19 Uhr eröffnet und ist bis zum 5. Dezember dienstags von 14 bis 18 Uhr sowie am verkaufsoffenen Sonntag am 8. November von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: RP
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