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Schwalmtal
Klimaschutzpreis für Obstwiesenfreunde

Schwalmtal. In der Gemeinde Schwalmtal können sich die Obstwiesenfreunde über den RWE-Klimaschutzpreis freuen. Sie kümmern sich um 180 Bäume. Für eine üppige Ernte packen auch Jugendliche der Janusz-Korczak-Realschule mit an. Von Daniela Buschkamp

Nur einen Apfelbaum pflanzen? Das reicht den Schwalmtaler Obstwiesenfreunden längst nicht. Sie kümmern sich um 180 Bäume auf sechs Flächen im gesamten Gemeindegebiet, etwa im Neubaugebiet "Burghof" oder "Im Kaiserpark". Das Besondere: Die Äpfel, Kirschen und Pflaumen, die dort wachsen, gehören zu alten Sorten. "Wir pflanzen und pflegen die Bäume. Und sorgen so dafür, dass die Schwalmtaler ernten können", sagt Paul Derix. Der 70-Jährige hatte vor sechs Jahren die Idee, mehr Obstbäume anzupflanzen - eine Idee, die nun ausgezeichnet wird. Denn RWE würdigt am 15. Dezember das Engagement der achtköpfigen Gruppe mit dem Klimaschutzpreis. Keine Frage, was Derix mit den tausend Euro Preisgeld machen möchte: "Das reicht für viele neue Bäume", sagt er lachend.

Der Essener Energiekonzern vergibt regelmäßig den Klimaschutzpreis für regionale Initiativen: Schulklassen, Kindergärten, Vereine, aber auch einzelne Bürger können sich mit nachhaltigen Projekten darum bewerben. In das Portfolio passt das ehrenamtliche Engagement der Schwalmtaler Obstwiesenfreunde perfekt. "Wir arbeiten nicht als Verein, sondern als lose Gruppe", erläuterte Derix. Zum Start habe man Helfer über eine Zeitungsanzeige gesucht - und das mit Erfolg. Acht fühlten sich von der Idee angesprochen und halfen mit, die erste Fläche an der Waldnieler Nordtangente in eine Obstwiese zu verwandeln.

Inzwischen wachsen nicht nur die unterschiedlichen Früchte an den Ästen, sondern auch die Gruppe selbst: Zwölf Jugendliche der Janusz-Korczak-Realschule um ihre Lehrer Carsten Busse und und Tom Schuck sind selbst zu Obstwiesenfreunden geworden. "Wir machen das im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft", erläutert Carsten Busse, Biologie-, Physik- und Chemie-Lehrer an der Waldnieler Realschule. Zuvor habe man sich um das Schulgelände gekümmert. In diesem Jahr sei aber Paul Derix auf die Schule zugekommen. Er habe gefragt, ob die Jugendliche Interesse an der Obstbaumpflege hatten.

Sie hatten - zunächst habe man sich um die Bäume am "Kaispark" gekümmert. "Wir haben die Bäume gekalkt und Leimringe angebracht - Schutz gegen den Frostspanner, dessen Larven sonst am Stamm hochspringen und den Baum schädigen können", erläutert Busse. Diesen biologischen Pflanzenschutz will er jetzt auch beim Exemplar im eigenen Garten praktizieren. Und die Schüler? "Ihnen gefällt die praktische Arbeit",sagt Busse.

Auch bei der Schwalmtaler Gemeindeverwaltung lobt Bernd Gather, Leiter des Fachbereichs Planung, Umwelt und verkehr, den Einsatz der Obstwiesenfreunde: "Davon haben alle etwas." Die Bepflanzung mit Obstbäumen sei die ideale Nutzung für ökologische Ausgleichsflächen. Diese muss die Verwaltung ausweisen, wenn sie Land für Baugebiete und Straßen verwendet. Die Ausgaben seien gut angelegt. Für die größte Fläche - rund 6500 Quadratmetern im Baugebiet Burghof 1 - wurden 110 Bäume gekauft. Einer kostet mindestens 25 Euro. Zudem übernehmen Mitarbeiter des Bauhofs die Vorbereitung und Pflanzung der Bäume.

Paul Derix, der die Obstbäume seines Großvaters liebte, freut sich, dass nun Äpfel, Krischen oder Pflaumen kostenlos geerntet werden können. Auf die Frage nach seinem Lieblingsobst sagt er schlicht. "Alles. Und frisches Apfelkompott schmeckt mir besser als Kaviar."

Quelle: RP
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