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Viersen
Knappe Mehrheit für Archivfusion mit Kreis

Viersen. In geheimer Abstimmung waren 27 Ratsmitglieder dafür, 22 dagegen. Die SPD kritisierte die Aufgabe

Um 21.15 Uhr fiel die Entscheidung in der Sondersitzung des Stadtrats: Die Stadt Viersen wird ihr bisher autarkes Archiv in das geplante Kreisarchiv überführen. Der als Punkt b) formulierte "oder"-Beschlussvorschlag wurde nicht mehr abgestimmt.

Es war eine durchaus knappe Geheimabstimmung im Sitzungssaal des Forums: 27 Ja-Stimmen gab es für eine Überführung, 22 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Sechs Ratsmitglieder fehlten: drei aus der CDU-Fraktion, je einer von SPD, Bündnisgrünen und FürVie.

Vor der Abstimmung warb Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) für eine Fusion: "Nur ein Punkt unserer Zehn-Punkte-Liste ist nicht erfüllt worden." Auch hätte der Landrat der Stadt zugesichert, dass ihre künftige finanzielle Belastung nicht über den derzeitigen Kosten liegen werde. "Es fällt schwer, da eine ablehnende Haltung einzunehmen", so Anemüller.

Nicht so für SPD und Linke. Manuel García Limia nannte die Fusion ein "großes Risiko", Fraktionskollege Ozan Atakani wollte mehr über die Übereignung des Grundstücks wissen: "Über den Kostenfaktor des Grundstückes muss im Vorfeld gesprochen werden." Auch Jörg Dickmanns (SPD) warnte: "Wir begeben uns auf eine Reise, bei der wir nicht wissen, wo sie endet."

CDU-Fraktionschef Stephan Sillekens betonte, dass "sich die "wesentlichen inhaltlichen Punkte für Archivarbeit in der Grundlagenvereinbarung wiederfinden": "Es ist eine Vereinbarung, die gegenseitiges Vertrauen verdient". Hans-Willi Pertenbreiter (FürVie) signalisierte ebenso Zustimmung wie Frank a Campo für die Liberalen. Auch Martina Maaßen zeigte sich für die Bündnisgrünen von der Fusion überzeugt, anders als ihr Fraktionsmitglied Peter Breidenbach.

Nach dem Viersener Stadtrat wird heute ab 18 Uhr der Kreistag über das Kreisarchiv abstimmen. Es ist wahrscheinlich, dass auch er sich für die Kreisstadt als neue Adresse des Kreisarchivs aussprechen wird. Auch der Landrat hatte Viersen als Standort bisher favorisiert - Versuche aus Willich oder Kempen, ihn noch kurzfristig mit Grundstücksvorschlägen umzustimmen, waren gescheitert.

(busch-)
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