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Niederkrüchten
Konversion hat für Niederkrüchten Priorität

Niederkrüchten. In ihren Reden zum Niederkrüchtener Haushalt machten die Fraktionen eines deutlich: Für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde ist die Entwicklung des ehemaligen Briten-Geländes "überlebenswichtig". Von Birgitta Ronge

Einstimmig hat der Rat der Gemeinde Niederkrüchten am Dienstagabend die Haushaltssatzung für das Haushaltsjahr 2016 beschlossen. Im Haupt- und Finanzausschuss hatte Marie-Luise Schrievers kürzlich in Vertretung des Kämmerers Klaus Blech den Entwurf der Satzung erläutert und einen Überblick über die finanzielle Lage der Gemeinde gegeben.

Die Suche nach Einsparmöglichkeiten wird Niederkrüchten auch in den kommenden Jahren begleiten, dies machten die Fraktionsvorsitzenden nun in der Ratssitzung deutlich. Werner Hommen (CDU) legte gleich ein Konzept vor, wie Fraktionen und Gemeindeverwaltung, aber auch die Bürger gemeinsam überlegen könnten, wo gespart werden kann und wo investiert werden sollte. Aus der Ideensammlung könnte eine Liste entstehen, in der man einzelnen Vorhaben dann Prioritäten zuordnet, also entscheidet, was Vorrang hat und was noch einige Zeit warten kann. Die Haushaltskonsolidierung, so Hommen, sei nicht Aufgabe nur der Verwaltung oder einer Fraktion: "Sie kann nur Erfolg haben, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen."

Neben der Suche nach Sparmöglichkeiten gilt es, auch die Einnahmen zu erhöhen. Wilhelm Mankau (SPD) erinnerte daran, dass die Entwicklung der Gemeinde, auch die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen, mit der Entwicklung des ehemaligen Briten-Geländes in Elmpt in Verbindung stehe. Auch wenn derzeit auf einem Teil des Geländes Flüchtlinge untergebracht seien, müsse die Gemeinde gemeinsam mit der Bezirksregierung Maßnahmen vorantreiben, um dort Gewerbe anzusiedeln.

Dafür sehen die Grünen Niederkrüchten auf einem guten Weg, und das sei auch schon möglich, so lange dort noch Flüchtlinge leben. "Wir können beides machen", betonte Christoph Szallies (Grüne), "Flüchtlinge und Konversion". Neben großflächigen Gewerbeansiedlungen müsse die Ansiedlung erneuerbarer Energieträger oberste Priorität haben, so Szallies. Zugleich müsse die vor Jahren getroffene Aussage "Natur bleibt Natur" Bestand haben. Er nannte auch Möglichkeiten, durch interkommunale Zusammenarbeit Geld zu sparen - etwa, indem Niederkrüchten und die Nachbargemeinden beispielsweise ihre Bauhöfe vernetzen, gemeinsam einkaufen oder ein gemeinsames Schwimmbad betreiben. Die CWG erklärte wie andere Fraktionen auch, dass die geplanten Investitionen für die Feuerwehr notwendig seien, bat aber, über ein festes Budget für die Wehr nachzudenken, damit diese bedarfsbezogen selbst planen könne. Unklar blieb der CWG hingegen, ob die Gemeinde Häuser für Flüchtlinge an der Erkelenzer Straße erwerben müsse, und ob die Umstellung des Ratsinformationssystems für digitale Medien in diesem Jahr wirklich sein müsse. Mit Blick auf die Feuerwehr und die Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans empfahl die FDP, auch die Standortverteilung der Wehren in der Gemeinde zu überdenken.

Auch die freien Demokraten wiesen auf die Notwendigkeit hin, die Konversion des ehemaligen Briten-Geländes voranzutreiben. Die Entwicklung und Vermarktung sei für die Region wichtig, für den Westkreis nötig und für die Gemeinde Niederkrüchten "überlebenswichtig". Die Unterbringung von Flüchtlingen dort dürfe die Planungen weder behindern noch verzögern. Schnellstens müssten daher neue Baugebiete ausgewiesen werden, um den Mehrbedarf an Wohnraum decken zu können.

Auch die Linke wies der Entwicklung des Energie- und Gewerbeparks Elmpt "allerhöchste Priorität" zu. Von erneuerbaren Energien dort müsse die Gemeinde profitieren. Die Fraktion forderte zudem Überlegungen dazu, wie man den sozialen Wohnungsbau für Bedürftige in der Gemeinde und das betreute Wohnen verbessern könne, wie man weitere Gewerbeflächen erschließen könne, und wünschte sich ein Gesundheitszentrum wie in Brüggen für Niederkrüchten.

Die Entwicklungsgesellschaft Energie- und Gewerbepark Elmpt, der die Gemeinde, der Kreis Viersen und die Wirtschaftsförderung des Kreises angehören, will sich bald mit der Entwicklung und Veräußerung des Geländes beschäftigen. Bis Juli, so berichtete Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) dem Rat, sollten die für die Gründung der Gesellschaft notwendigen Abstimmungen abgeschlossen sein. Dann könne die Arbeit beginnen.

Quelle: RP
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