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Niederkrüchten
Konversion soll 250 neue Jobs bringen

Niederkrüchten: Konversion soll 250 neue Jobs bringen
Ein 150 Quadratmeter großer Gewerbepark auf dem ehemaligen Flughafengelände soll zur Jobmaschine in Niederkrüchten werden. Ein 20 Hektar großer Bereich soll für den lokalen Bedarf erschlossen werden. FOTO: Müller-Bringmann
Niederkrüchten. In den nächsten Jahren sollen in Niederkrüchten 500 neue Wohneinheiten und 250 neue Arbeitsplätze entstehen. Dies sind die Kernziele des Niederkrüchten-Kompasses. Er entwickelt Visionen für die Zukunft Von Jochen Smets

Die Einwohnerzahl bleibt zwar mit rund 15.000 einigermaßen stabil, aber dennoch wird der demografische Wandel in der Gemeinde Niederkrüchten tiefe Spuren hinterlassen. Laut einem Ende 2016 vorgestellten Gutachten wird die Zahl der Haushalte bis zum Jahr 2035 von derzeit 6335 auf fast 6800 ansteigen. Das liegt daran, dass wesentlich mehr Ein- und Zweipersonenhaushalte benötigt werden. Zudem steigt die Zahl der über 65-Jährigen von 3000 auf 5000 - bei den Hochbetagten über 80 Jahre gibt es sogar fast eine Verdopplung. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die Zahl der Erwerbsfähigen von 19 bis 65 Jahren bis 2035 um 25 Prozent schrumpft.

All das erfordert völlig neue Denk- und Planungsansätze. Darum hat Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) schon in seinem Wahlkampf die Idee vom "Niederkrüchten-Kompass 2035" formuliert. Der soll als Orientierungsrahmen die Leitplanken für die Gemeindeentwicklung in den nächsten 18 Jahren setzen. In einem gemeinsamen Workshop mit Ratsmitgliedern und sachkundigen Bürgern am 1. Juli dieses Jahres wurden mögliche Eckpunkte für den Niederkrüchten-Kompass entwickelt.

Als zentrale Handlungsfelder wurden Wohnen und Wirtschaft festgelegt. Im Bereich Wohnen formuliert der Niederkrüchten-Kompass das ehrgeizige Ziel, 500 zusätzliche Wohneinheiten in Niederkrüchten zu schaffen. Gefragt sind dabei vor allem kleinere Wohnungen in zentralen Lagen - hier ergeben sich zum Beispiel durch den geplanten Umzug der Niederkrüchtener Grundschule ins ehemalige Hauptschulgebäude Perspektiven an der Dr.-Lindemann-Straße. Auch soll der Anteil an preisgünstigen Mietwohnungen, eventuell im sozialen Wohnungsbau, erhöht werden. Die Bestandsentwicklung soll möglichst Vorrang vor Neubau haben, zum Beispiel durch die Aktivierung von Leerständen und Baulücken, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Um die Attraktivität des Wohnorts Niederkrüchten zu erhalten und zu verbessern, ist ein Bündel von Maßnahmen angedacht. Dazu gehören eine gute Nahversorgung, bedarfsgerechte Kinderbetreuungsangebote, eine Breitbandversorgung mit mindestens 50 Mbit/s schon bis 2020, eine wohnortnahe Ärzteversorgung, eine barrierearme Infrastruktur, Ausbau der E-Mobilität und Stärkung der Nahmobilität sowie der Ausbau der Fahrradinfrastruktur. Ebenfalls auf der Agenda stehen der Erhalt der beiden Grundschulen in Elmpt und Niederkrüchten sowie die Sicherung einer weiterführenden Schule.

Nicht minder ehrgeizig ist das Ziel im Bereich Wirtschaft: 250 neue Arbeitsplätze sollen im Gemeindegebiet entstehen. Entscheidend dafür dürfte die Konversion des Elmpter Flughafengeländes sein, in dem ein 150 Hektar großer Gewerbepark zur Jobmaschine werden soll. Angesichts ausverkaufter Gewerbeflächen hat derzeit die vorrangige Erschließung eines 20 Hektar großen Teilbereichs für den lokalen Bedarf oberste Priorität. Durch Kooperation und Vernetzung mit Unternehmen, Schulen und Arbeitsagentur sollen Ausbildungsplätze entstehen. Eine gemeindeeigene Tourismus- und Wirtschaftsförderung soll die nötigen Impulse geben.

Im Rat stieß der Niederkrüchten-Kompass auf grundsätzliche Zustimmung. Wilhelm Mankau (SPD) verwies jedoch darauf, dass es schwierig sei, sich bis 2035 festzulegen - zumal die meisten der handelnden Personen dann nicht mehr im Amt sein dürften. Wassong betonte, dass es gerade Sinn der Sache sei, sich über die Grenzen einer Legislaturperiode hinweg Gedanken zu machen. Der NiederkrüchtenKompass sei ein Prozess, der nicht mit einem Ratsbeschluss abgeschlossen sei. Es gehe darum, Ziele und Handlungsperspektiven zu entwickeln. Auf Anregung von Johannes Wahlenberg (CDU) vertagte der Rat das Thema auf die nächste Sitzung des Hauptausschusses am 7. November, um bis dahin noch Detailfragen zu klären.

Quelle: RP
 
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