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Kreis Viersen
Kreis setzt auf mehr ambulante Pflege

Kreis Viersen: Kreis setzt auf mehr ambulante Pflege
FOTO: dpa-Infografik
Kreis Viersen. So lange wie möglich im eigenen Zuhause leben: Das ist der Wunsch vieler Senioren. Um die Selbstständigkeit im Alter zu erhalten, sind weitere Service-Wohnungen oder Tagespflegeplätze nötig Von Daniela Buschkamp

Wo werden stationäre Pflegeplätze gebraucht, wo fehlen Möglichkeiten in der Tages- oder Kurzzeitpflege? Gibt es im Westkreis Viersen ausreichend Wohnungen mit Service? Auf diese Fragen rund um die Pflege gibt die aktuelle "Kommunale Pflegeplanung" Antwort. Das wichtigste positive Ergebnis kann Frank Oligslagers, Leiter des Sozialamtes beim Kreis Viersen, mitteilen: "Zurzeit gibt es keinen akuten Bedarf." Auch bei der Tagespflege, wo die Nachfrage hoch sei, sieht er den Kreis Viersen "auf einem guten Weg".

Interessant für die Zukunft der jährlich neu aufgelegten Pflegeplanung sind die Prognosen bis zum Jahr 2019. Betrachtet man das Angebot in der vollstationären Pflege, so wird für Brüggen, Schwalmtal, Niederkrüchten und Nettetal ein deutlich steigender Bedarf prognostiziert. Einzig für die Stadt Viersen zeigen die Prognosen, dass die stationären Pflegeplätzen nur noch zu 73 Prozent benötigt werden. Diese Berechnungsvariante, so erläutert Frank Oligslagers, geht davon aus, dass im Kreis Viersen der Grundsatz "Ambulante vor stationärer Pflege" weiterhin verfolgt wird.

Dies ist, wie der Leiter des Kreissozialamtes gegenüber unserer Redaktion erläutert, aus unterschiedlichen Gründen sinnvoll: "Es ist der große Wunsch von älteren Menschen, so lange wie möglich selbstständig im eigenen Zuhause zu leben", sagt Oligslagers.

Zudem ist es eine Kostenfrage: Keine andere Pflegeform ist derart teuer wie die vollstationäre Unterbringung in einem Pflegeheim. Immer öfter muss auch der Kreis Viersen die Kosten für das Pflegeheim übernehmen: "Wir springen immer dann ein, wenn Rente oder Pflegegeld nicht ausreichen", erläutert Oligslagers.

Dies werde der Kreis nach seiner Einschätzung in den kommenden Jahren häufiger leisten müssen. Zum einen geb es aufgrund des demografischen Wandels mehr ältere Menschen. Zum anderen sinke das Renten-Niveau: "Bisher gibt es bei den Senioren meist durchgehende Erwerbsbiografien; es gibt zudem die große Witwenrentenregelung." Doch die Gesellschaft verändere sich: Die Menschen arbeiten nicht mehr durchgängig. Ein Beispiel: Frauen, die Kinder erziehen und eine Jobpause einlegen.

Aus dem Leitsatz "Ambulant vor stationär" ergeben sich Konsequenzen für die Planung in allen Pflege-Bereichen und bei anderen Wohnformen für Senioren.

Neben günstigen Mietwohnungen mit Service hält der Kreis auch weitere ambulant betreute Wohngemeinschaften für sinnvoll. "Diese sollten in Nettetal neu eingerichtet werden", heißt es in der Pflegeplanung. Zudem in Brüggen und Niederkrüchten, wo diese Möglichkeit bisher vollständig fehlt. Der Kreis könne aber laut Frank Oligslagers nicht selbst als Bauherr auftreten, sondern lediglich bei der Akquise unterstützen: "Bis zur Realisierung eines solchen Projektes vergehen bis zu zwei Jahre", weiß der Leiter des Kreissozialamtes. Statt Neubauten würden im Kreis künftig eher Erweiterungen bestehender Einrichtungen Thema sein.

Ebenso unverzichtbar sei der Ausbau der Tagespflege: Bis zum Jahr 2019 empfiehlt der Kreis eine Erweiterung um 131 Plätze, die meisten (23 und 22) sollten in den Städten Nettetal und Viersen geschaffen werden. Auch Kurzzeitpflegeplätze seien wichtig: "Gerade für pflegende Angehörige, die auch Auszeiten brauchen", sagt Oligslagers.

Quelle: RP
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