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Kreis Viersen
Vorsicht, die i-Dötzchen kommen

Kreis Viersen. Grundschule statt Kita — in dieser Woche werden mehr als 2500 Schulanfänger neue Wege gehen. Die Polizei bittet Autofahrer um besondere Vorsicht. Bisweilen sind gerade Eltern ein Problem Von Willi Schöfer und Martin Röse

In mehr als 30 Fällen wurden im vergangenen Jahr Grundschulkinder Opfer von Verkehrsunfällen im Kreis Viersen - Polizei und Verkehrswacht wollen dafür sorgen, dass die Zahlen in diesem Jahr heruntergehen und bitten Autofahrer um besondere Vorsicht. Am Donnerstag werden gut 2500 Kinder neu eingeschult, müssen sich an neue Wege gewöhnen.

"Die Erfahrung zeigt, dass die ersten Schultage noch relativ ungefährlich sind, weil Eltern ihre Sprösslinge zur Schule begleiten", sagt Polizeisprecherin Antje Heymanns. Außerdem seien viele Autofahrer gerade zu Schulbeginn besonders sensibilisiert. Die Gefährdung steige jedoch, wenn die i-Dötzchen dann nach ein paar Tagen ohne Eltern zur Schule gehen, während Autofahrer das Thema schon wieder vergessen haben. Schulneulinge können Geschwindigkeiten eines nahenden Autos oft noch nicht richtig einschätzen. Heymanns rät Autofahrern: "Wenn Sie ein Kind sehen, gehen Sie vom Gas. Und Erwachsene sollten sich auch selbst verkehrskonform verhalten - Kinder schauen sich viel ab."

Besondere Blitzaktionen plant die Polizei zum Schulbeginn vor den Schulen nicht. "Die Grundschulen haben wir im Standardrepertoire; kontrollieren dort regelmäßig die Geschwindigkeit der Autofahrer, aber beispielsweise auch die Fahrradbeleuchtung der Kinder." Bisweilen seien deren Eltern Teil des Problems, erklärt Heymanns. "Es kommt immer wieder vor, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und dann dort falsch halten und falsch parken." Neben dem problematischen Rangierverkehr nehmen die parkenden Fahrzeuge den Kindern auch häufig die Sicht, wenn sie die letzte Straße zur Schule überqueren müssen.

Aber auch das Gegenteil sei noch zu beobachten. "Eltern, denen der Schulweg ihres Kindes ziemlich egal ist", sagt André Berndt, seit 26 Jahren einer der sechs Verkehrssicherheitsberater der Kreis-Polizeibehörde. "Auch fehlende Bewegung ist bei vielen Kindern mit ein Unfallrisiko", hat er beobachtet.

18 Fahnen ("Brems dich - Schule hat begonnen") und 50 Plakate ("Liebe Kraftfahrer! Wir sind jetzt unterwegs") haben die Mitarbeiter der Verkehrswacht in den vergangenen Tagen im Viersener Stadtgebiet aufgestellt. Das war aber nur die Schleife um ein ganzes Paket von Maßnahmen: Von Geschicklichkeitsübungen im Kindergarten bis zum Ratgeber für alle Eltern und Kinder. Volksbank und Sparkasse Krefeld unterstützen die Vorsorge finanziell. Doch es gibt noch mehr zu tun. Berndt kritisiert, dass nicht in allen Städten und Gemeinden die Schulwegepläne auf dem aktuellen Stand sind, "Teilweise sind die mehr als zehn Jahre alt und berücksichtigen die Neubauten oder veränderte Straßenführungen in dieser Zeit überhaupt nicht."

Quelle: RP
 
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