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Viersen
Kreisarchiv mit Neubau in Willich?

Viersen: Kreisarchiv mit Neubau in Willich?
Im Willicher Stadtarchiv zeigen Udo Holzenthal und Marlene Mathes einen Teller aus Linselles 1972 und ein Ehestandsbuch aus den Beständen. FOTO: W. KAISER
Viersen. Willicher Kulturpolitiker befürworten eine gemeinsame Archivlösung mit dem Kreis. Der Sport- und Kulturausschuss fand auch eine gute Lösung für ein digitales Archiv für Stadtarchiv, Heimatfreunde Willich und den Bürgerverein Anrath. Von Nadia Joppen

Die Zusammenlegung des Kreisarchivs mit dem Stadtarchiv an einem neuen Standort in Willich - das wäre die favorisierte Version der Fraktionen im Sport- und Kulturausschuss der Stadt Willich. Unter Tagesordnungspunkt 5 stand der Neubau des Kreisarchivs Viersen auf der Tagesordnung. Diesen Bau plant der Landrat - und hat im Januar die Stadt Willich gebeten, zu prüfen, ob es wirtschaftlich sei, ihr Stadtarchiv in das Kreisarchiv zu integrieren. Dazu hatte die Verwaltung vier Möglichkeiten vorgestellt - wobei sich im Ausschuss die einhellige Tendenz der Fraktionen zeigte, Variante eins weiter zu verfolgen: Zusammenlegung und Neubau in Willich. Hierzu hatte die Verwaltung in der Sitzungsvorlage ausgeführt, dass beim "Bau des neuen Kreisarchivs am beabsichtigten Standort in unmittelbarer Nähe des St.-Bernhard-Gymnasiums" die "Historische Bildungsarbeit sowohl mit den Schulen als auch mit den Heimat- und Geschichtsfreunden Willich fortgesetzt werden" könnte.

Bernd-Dieter Röhrscheids, der die Sitzung leitete, sagte, die Frage des geeigneten Grundstücks werde noch in der nicht-öffentlichen Sitzung behandelt. Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger erklärte, dass es zu dem Thema noch viele offene Fragen gebe, aber sie höre die Tendenz und wolle entsprechend mit dem Kreis weiter arbeiten. Das Willicher Stadtarchiv und die Archive der Heimat- und Geschichtsfreunde Willich und des Bürgervereins sollen digital miteinander verbunden werden - die Ausschussmitglieder stellten auch dafür am Mittwochabend die Weichen. Auslöser war ein Antrag von Röhrscheid. Der Hintergrund: Er hatte kurzfristig von der Software-Firma, die das vom Stadtarchiv genutzte Programm Faust erstellt hat, erfahren, dass diese eine neue EDV-Lösung anbietet. Der Kern: Die digitalisierten Dokumente aus den drei Archiven werden auf einem eigenen Server der Firma beim Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) abgespeichert. Hier liegen bereits die Daten des Stadtarchivs - allerdings unter erheblichen Sicherheitsauflagen, weil sie mit dem städtischen Datensystem verbunden sind. Den neuen Speicherplatz beschrieb Röhrscheid in der Ausschusssitzung als "demilitarisierte Zone". Die beiden Vereine erhalten je ein "Edit-Modul" und können damit nicht nur die Daten sehen, sondern auch bearbeiten. Damit erhalten Heimatforscher, Studenten oder Schüler die Möglichkeit, den aktuellen Datenbestand des Archivs und ggf. die Original-Dokumente einzusehen. Das neue Konzept ist relativ günstig: Der Server kostet 4600 Euro, die beiden Edit-Module je 600 Euro, dazu fallen jährlich 1500 Euro Kosten für die Arbeit der Mitarbeiter des KRZN an. Einstimmig entschieden die Ausschussmitglieder, dass das Konzept umgesetzt werden soll.

Quelle: RP
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