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Viersen
Kritik am Viersener Weihnachtsgebimmel

Viersen: Kritik am Viersener Weihnachtsgebimmel
Der Dülkener Weihnachtstreff vor der Kirche St. Cornelius ist wieder mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbunden. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Dülkens Ortsbürgermeisterin Simone Gartz versteht die Adventsaktion als Konkurrenz zum Dülkener Weihnachtstreff Von Nadine Fischer

Am Wochenende steht Simone Gartz auf dem alten Markt in Dülken in der Bude der Dreistadtmöhnen. Dann schenkt die Ortsbürgermeisterin (CDU) an die Besucher des 9. Dülkener Weihnachtstreffs Eierpunsch und Glühwein aus. Sie hofft, dass sie mindestens so viele Becher füllen kann wie in den Vorjahren. Doch sie befürchtet, dass sie diesmal weniger Kundschaft hat. "Das Weihnachtsgebimmel in Viersen macht dem Weihnachtstreff morgen richtig Konkurrenz", klagt Gartz. "Damit schädigt Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) eindeutig die Geschäftsleute in Dülken", ergänzt sie.

Erstmals ist die Innenstadt von Alt-Viersen morgen, am dritten Adventssamstag, 16. Dezember, Schauplatz des Weihnachtsgebimmels. Vom Remigius- bis zum Gereonsplatz können die Kunden bummeln, unterwegs ein Foto mit Borussias Maskottchen Jünter machen, Ponys streicheln, in den Läden stöbern. Zahlreiche Aktionen soll es geben, im Halbstundentakt fährt zwischen dem Remigius- und dem Gereonsplatz eine Bimmelbahn. Die Dülkener laden - wie in den vergangenen Jahren am dritten Adventswochenende - morgen und übermorgen zum Weihnachtstreff mit rund 30 Verkaufshütten und Live-Musik ein, am Sonntag haben von 13 bis 18 Uhr die Geschäfte geöffnet.

Gartz kann nicht nachvollziehen, dass für die Premiere das dritte Adventswochenende gewählt wurde. Das erste Adventswochenende gehört den Händlern in Süchteln, das dritte den Dülkenern: So sei es jahrelang gewesen. "Warum hat man nicht das zweite Adventwochenende genommen?", fragt sie. "Ich finde es sehr schade, dass über so etwas vorher nicht gesprochen wurde." Beim Dülkener Weihnachtstreff engagierten sich zahlreiche Vereine, der Erlös diene gemeinnützigen Zwecken. "Wir setzen uns ein, opfern unsere Freizeit, und das wird jetzt mit Füßen getreten."

Ein Arbeitskreis aus Vertretern des städtischen Citymanagements, des Werberings Viersen aktiv sowie Händlern und Dienstleistern hat das Weihnachtsgebimmel geplant. Günther Kamp gehört dem Vorstand des Werberings aktiv an, nicht jedoch jenem Arbeitskreis. "Aus Sicht des Werberings und der Viersener kann ich nachvollziehen, dass der dritte Adventssamstag als Termin gewählt wurde", sagt er. Denn das dritte Adventswochenende sei für den Handel attraktiver als das zweite. "Aber als Dülkener finde ich es nicht so doll, dass man dem Weihnachtstreff Konkurrenz macht."

Er unterstelle den Viersenern bei der Terminwahl keine Böswilligkeit, betont Kamp. In den vergangenen drei Jahren sei jeweils schon am dritten Adventssonntag in Alt-Viersen verkaufsoffen gewesen, parallel zum Weihnachtstreff und verkaufsoffenen Sonntag in Dülken. Deshalb hätten die Verantwortlichen nun wohl einfach den Sonntag gegen den Samstag getauscht. Aber: Jene verkaufsoffenen Sonntage in Viersen seien nicht mit anderen Aktionen verbunden gewesen, so wie jetzt das Weihnachtsgebimmel. Deshalb sei dies nun stärkere Konkurrenz, sagt Kamp. "Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr eine elegantere Lösung finden."

Quelle: RP
 
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