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Niederkrüchten
Kunstrasen ade!

Niederkrüchten. Fassungslosigkeit und Ärger beim SV Blau-Weiß Niederkrüchten: Das für den Kunstrasenplatz zugesagte Geld aus dem Konjunkturpaket soll in den Kita-Bau Elmpt gesteckt werden. Das ermöglicht die Tauschbörse der Kommunen. Von Gabi Laue

Wie vor den Kopf geschlagen fühlten sich Vereinsvertreter des SV Blau-Weiß Niederkrüchten, als sie am Rande des Hoppeditz-Erwachens von Ratsmitgliedern erfahren mussten, dass das in trockenen Tüchern geglaubte Projekt Kunstrasenplatz vor dem Aus stünde. In einem gemeinsamen Eilantrag hatten alle Fraktionen – bis auf die SPD – beantragt, die Mittel umzuschichten, damit der Neubau der Kindertagesstätte an der Overhetfelder Straße weitgehend aus Konjunkturmitteln finanziert werden kann. Gestern Abend entschied darüber der am Donnerstag mit Dringlichkeit einberufene Hauptausschuss (die RP wird gesondert berichten). Rolf Cleophas äußerte sich enttäuscht: "Als Vorsitzender des Vereins macht mich die Entwicklung tief betroffen."

Mit dem Eilantrag wird ein Ratsbeschluss hinfällig: In seiner Sitzung am 15. September hatte der Gemeinderat beschlossen, aus dem Konjunkturpaket II die neue Kindertagesstätte in Elmpt und einen Kunstrasenplatz in Niederkrüchten zu finanzieren. Schon in der nächsten Sitzung am 5. November hatte die CDU-Fraktion die Verwaltung beauftragt zu prüfen, ob Zuschüsse aus dem Investitionsschwerpunkt "Infrastruktur" gegen Geld aus dem Schwerpunkt "Bildungsinfrastruktur" getauscht werden könnten. Da hieß es aber noch, mit 500 000 Euro sei der Bau des Kunstrasenplatzes in Niederkrüchten, der den Aschenplatz ersetzen soll, für Sommer 2010 vorgesehen.

Für immer gestorben?

Mit dem nun drohenden Ende des vom Rat schon abgesegneten Vorhabens dürfte der Bau einer Kunstrasen-Anlage für immer gestorben sein, fürchtet Rolf Cleophas. "Es droht sogar mittelfristig die endgültige Aufgabe der maroden Niederkrüchtener Plätze. Gerade für unsere Fußballjugend – 160 Kinder, elf Mannschaften – wäre das eine Katastrophe. Aber auch DJK Oberkrüchten, die mit uns eine Spielgemeinschaft unterhalten, wäre ebenso betroffen wie der Schulsport, der in den drei Niederkrüchtener Schulen zurzeit ausschließlich in der Halle stattfindet und der mit dem Bau eines Kunstrasenplatzes neuen Schwung bekommen hätte." Die Niederkrüchtener Sportanlage sei in einem maroden Zustand. Der Rasen drohe ins Sumpfgebiet abzurutschen, der Zaun stelle eine stete Gefahrenquelle dar. Wegen der speziellen Lage könne der Platz nur bedingt zu Trainingszwecken genutzt werden. Die Qualität des vorhandenen Aschenplatzes sei "völlig indiskutabel": "Grobe Steine und Löcher stellen eine permanente Verletzungsgefahr dar. Bei Regen steht der Platz in Minuten unter Wasser." Eine Komplett-Sanierung "dürfte zu einem Fass ohne Boden und damit für die Gemeinde untragbar werden", so Cleophas.

Quelle: RP
 
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