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Brüggen
Landesjagdschule wird bald abgerissen

Brüggen: Landesjagdschule wird bald abgerissen
In der ehemaligen Landesjagdschule leben derzeit noch 28 Flüchtlinge. Die Schule führte der Landesjagdverband bis 2014, dann wurde die Einrichtung geschlossen und das Grundstück an die Gemeinde zurückgegeben. FOTO: Birgitta Ronge
Brüggen. In Brüggen sollen am Von-Schaesberg-Weg Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Dort steht noch der alte Jägerhof, in dem die Gemeinde Flüchtlinge untergebracht hat. Sie sollen zum Eichenweg umziehen Von Birgitta Ronge

Der Blick auf den Von-Schaesberg-Weg in Brüggen wird sich massiv verändern. Die hohen Bäume werden gefällt, der alte Jägerhof wird abgerissen. Auf der rund 5400 Quadratmeter großen Fläche zwischen Von-Schaesberg-Weg und Am Grasweg sollen Häuser gebaut werden. Das Grundstück gehört der Gemeinde Brüggen, die es bis 2014 an den Landesjagdverband verpachtet hatte, der an der Landesjagdschule Fortbildungen für Jäger, Lehrgänge für Jungfalkner und Jagdaufseher anbot.

Im Mai 2014 schloss der Landesjagdverband den Jägerhof und gab das Grundstück zurück. Ende 2014 richtete die Gemeinde das Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen her, noch leben 28 Asylsuchende dort. Schon damals war geplant, dass das Gelände bebaut werden, die Unterbringung der Flüchtlinge nur vorübergehend sein sollte. Denn 2015 begann auch die Planung für ein Mehrfamilienhaus, das die gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (GWG) für den Kreis Viersen am Eichenweg errichtet. Ende des Jahres soll es nun fertig sein. Dann sollen auch die Flüchtlinge, die noch im Jägerhof wohnen, zum Eichenweg ziehen.

Über die Frage, wie viele Häuser in welcher Größe am Von-Schaesberg-Weg gebaut werden können, wird seither diskutiert. Sollen auf dem Gelände der Landesjagdschule Wohnhäuser gebaut werden, muss der bestehende Bebauungsplan geändert werden. Denn nach dem derzeit gültigen Plan könnte die Gemeinde dort nur eine Schule errichten. Mehrere Varianten für eine Wohnbebauung wurden in den politischen Gremien diskutiert.

Eine Variante fand die größte Zustimmung. Sie sieht fünf Einfamilienhäuser vor, die an der Straße Am Grasweg errichtet werden sollen, sowie zwei Mehrfamilienhäuser, die am Von-Schaesberg-Weg gebaut werden sollen. Über die genannten Straßen sollen die Häuser auch zu erreichen sein. Für die Einfamilienhäuser sind Grundstücke zwischen 450 und 600 Quadratmetern vorgesehen, für die Mehrfamilienhäuser stehen 2200 Quadratmeter zur Verfügung. Die Einfamilienhäuser sind zweigeschossig geplant, die Mehrfamilienhäuser erhalten zusätzlich ein Staffelgeschoss.

Acht Wohnungen sollen in jedem Mehrfamilienhaus eingerichtet werden können, je etwa 60 bis 70 Quadratmeter groß. Bei einer Bürgerversammlung im Frühjahr 2016 hatten Zuhörer bezahlbare Wohnungen angemahnt, das ist nicht vergessen. "Wir werden beim Verkauf der Grundstücke darauf achten, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht", versichert Martin Houbertz vom Bauamt.

Die Bäume, die noch auf dem Gelände stehen, werden alle gefällt. Dort stehen unter anderem Berg-Ahorn, Hainbuche, Rotbuche, Eiche, Linde und Fichte. Für Hausgärten sei die Größe vieler Bäume "nicht kompatibel", heißt es in der Begründung zum Bebauungsplanentwurf. Als Ersatz für die wegfallenden Bäume sollen auf dem Grundstück, auf dem die beiden Mehrfamilienhäuser geplant sind, vier Winterlinden gesetzt werden. "Wir haben versucht, die Bäume zu erhalten", so Houbertz. Doch nach einer ausführlichen Diskussion mit Bürgern und in den politischen Gremien sei beschlossen worden, alle Bäume zu fällen.

Der Entwurf soll nun vom 20. Oktober bis 20. November öffentlich ausgelegt werden. Dafür sprach sich der Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig aus. Bürger können sich die Pläne im Rathaus und auf der Internetseite der Gemeinde ansehen, dazu Anregungen geben und Bedenken äußern, die der Rat in seine Überlegungen einbezieht. Houbertz zufolge könnte der Rat in seiner Sitzung am 12. Dezember den Satzungsbeschluss fassen, der Bebauungsplan könnte am 21. Dezember dann rechtskräftig werden.

Quelle: RP
 
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