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Viersen
Lecker und gesund essen

Viersen: Lecker und gesund essen
So sieht ein gesunder Frühstückstisch aus: Paprika, Kiwi- und Bananenscheiben, Eier, verschiedene Brotsorten. Die Kinder haben in dem Familienzentrum viel Auswahl – und mit ein bisschen Druck klappt's auch mit dem Honig. FOTO: RPO
Viersen. Das Lobbericher DRK-Familienzentrum ist als eines der ersten in NRW als "Bewegungskindergarten mit Pluspunkt Ernährung" zertifiziert worden. Im Kindergartenalltag lernen die Jungen und Mädchen eine Menge über Nahrung. Von Philipp Peters

lobberich Zum Frühstück sitzen die Kinder gemeinsam am Tisch. Es gibt ein Problem: Der Honigspender ist fast leer, zumindest spuckt er nichts mehr aus. Doch ein Mädchen entpuppt sich als Fachfrau. Ein kräftiger Druck auf das Plastikgehäuse bringt den Honig doch noch auf das Brot.

Für viele Kinder ist es nicht die Regel, zusammen in der Familie zu frühstücken. Wenn sie morgens überhaupt etwas zu sich nehmen, achten sie selten darauf, was sie essen. Das DRK-Familienzentrum in Lobberich hat sich deshalb den gesunden Start in den Tag mit dem Projekt "Pluspunkt Ernährung" auf die Fahnen geschrieben. Dafür gab es jetzt das Zertifikat als Auszeichnung. Andreas Zorn und sein Team freuen sich darüber sehr. "Wir befassen uns mit dieser Art der Ernährung schon seit längerem", sagte er.

Kleine Zettel für wichtiges Essen

Kinder sollen, wie Zorn erklärt, so früh wie möglich den richtigen Umgang mit gesundem Essen erlernen. Eigens dafür wurden kleine Zettel entwickelt, die Lebensmittel je nach Wichtigkeit und Gesundheit in einer Pyramide darstellen. "Die Kinder sollen möglichst jeden Tag ankreuzen, was sie am Tag alles gegessen haben", so Zorn. Zusätzlich müssen Symbole für Bewegung angekreuzt werden.

"Essen und Bewegung hängen schließlich eng zusammen", sagt Zorn. Deswegen besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem TV Lobberich. So geht mitunter eine Gruppe Kinder zum Seniorenturnen. Der Kontakt zwischen Jung und Alt stellt sich als positiver Nebeneffekt von selbst ein. Die Eltern reagierten auf das Programm weitgehend mit Zustimmung. "Zwar gibt es auch diejenigen, von denen man wenig zur inhaltlichen Arbeit hört. Aber gerade der Elternbeirat ist zufrieden", hat Zorn festgestellt.

Die Kita besuchen Kinder aus 13 verschiedenen Nationen. Das gemeinsame Essen muss daher sorgfältig vorbereitet werden. "Das Mittagessen erhalten wir aus dem Krankenhaus, da ist immer ein islamisches und ein christliches Essen dabei. Beim Frühstück erklären wir den Kindern, welche Wurst sie mit gutem Gewissen essen können. Vertrauen in den Händler muss da natürlich vorhanden sein", fügt Zorn hinzu.

Doch wie läuft ein Frühstück ab? Der fünfjährige Markus erklärt bereitwillig und geduldig, wie es geht. "Wir schmieren unsere Brote selber. Wenn wir morgens früh genug da sind, dann können wir auch bei der Vorbereitung helfen", sagt er. Manche Kinder kommen seither früher als gewohnt. Dass die Kinder soziale Kompetenzen erwerben, berichtet Markus ganz von selber. "Die älteren Kinder helfen den jungen beim Broteschmieren", verkündet er stolz.

Erzieherin Monique Zaza bereitet morgens mit den Kindern das Frühstück vor. Ihre Augen leuchten, wenn sie von ihren Erfahrungen berichtet. Die Arbeit gestaltet sich ganz anders als im übrigen Alltag. "Da erwerben Kinder ganz neue Erfahrungen und Kenntnisse. Sie sind oft stolz, nach dem Motto 'Das habe ich gemacht'. Die Selbstbestimmung der Kinder steht im Mittelpunkt", sagt sie. So probieren die Jungen und Mädchen schon mal Dinge, die sie nicht kennen und nicht mögen. "Wir machen deswegen bewusst kleine Portionen. So greifen die Kinder eher zu und versuchen etwas Neues."

Quelle: RP
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