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Kreis Viersen
Lehr: "Senioren müssen alternd lernen"

Kreis Viersen. Die ehemalige Gesundheitsministerin referierte bei der Senioren-Union Kreis Viersen

Die Gesellschaft wird älter, aber sie hat es selbst in der Hand, diesen Prozess zu gestalten. Dies erklärte vor der Senioren-Union im Kreis Viersen die frühere Bundesministerin Ursula Lehr (85). Sie ist heute tätig für das Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg sowie stellvertretende Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisatoren (Bagso).

Älteren Menschen werde heute sehr viel mehr Flexibilität abverlangt. Die Technisierung des Alltags, die Digitalisierung vieler Abläufe, der Wandel der Rolle der Frau und der Familie, die kulturellen Einflüsse durch Zuwanderung, Veränderungen in Weltanschauungen und auch die Abkehr von langfristigen Bindungen gehen an älteren Menschen nicht spurlos vorüber. Sie warnte davor, Veränderungen alter Menschen vorschnell mit Demenz zu erklären. Vielfach litten sie eher unter einer Altersdepression, die nicht erkannt werde und deren Ursachen vor allem in einer Unterforderung zu suchen seien.

Völlig unzutreffend sei das Sprichwort "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr." Vielmehr müssten Senioren heute "alternd lernen". Gleichzeitig müsse ihre Umgebung umgestaltet und von Barrieren befreit werden. Generell riet sie dazu: "Fragen wir nicht, was können wir nicht mehr, sondern was können wir noch tun."

Lehr betrachtet die Zuwanderung junger Menschen als eine gesellschaftliche Chance. Voraussetzung sei allerdings, dass sie schnell integriert und möglichst schnell in Arbeitsprozesse eingebunden werden können. Dies bestätigte der heimische Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer. An den grundwerten der CDU hat sich seit ihrer Gründung vor 70 Jahren nichts geändert. "Wir sind christlich-europäisch", sagte er. Schummer warnte vor einer Schließung der Grenzen. Das werde insbesondere die Wirtschaft empfindlich treffen.

Reinhard Maly knüpfte daran in seinem Rechenschaftsbericht vor etwa 50 Mitgliedern der SU an. Mit der Veranstaltung"Der Islam - Anspruch und Wirklichkeit" hatten Referentinnen für Toleranz zwischen den Religionen und ein friedliches Miteinander geworden. Der von der SU ausgelobte Gert-Schmitz-Preis ging an die Bürgerhilfe Brüggen. Geplant sind Bürgerforen in Willich und Grefrath, ein Gesundheitsforum in Kempen, Veranstaltungen zum Thema Altersarmut und mit der Mittelstandsvereinigung. Mit dem Agrarausschuss soll über TTIP berichtet werden. Außerdem stehen Tagesfahrten an.

Quelle: RP
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