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Viersen
Leser fragen Bürgermeisterkandidaten

Viersen: Leser fragen Bürgermeisterkandidaten
Gut gelaunt: Die beiden Stichwahlkandidaten Sabine Anemüller (SPD) und Dr. Paul Schrömbges (CDU) beantworteten gestern die Fragen unserer Leser. FOTO: Busch
Viersen. Innere Sicherheit, Verkehrsplanung und Angebote für Senioren . . . Die Leser unserer Zeitung hatten vor der Stichwahl noch viele Fragen an die Bürgermeisterkandidaten Sabine Anemüller (SPD) und Dr. Paul Schrömbges (CDU). Von Sabine Janssen

Sie können an einem Tisch sitzen und diskutieren, sie können nebeneinander telefonieren. Sie könnten vermutlich auch miteinander arbeiten. Egal, wer Bürgermeister wird. Zum Endspurt der Wahl gaben sich die beiden verbleibenden Konkurrenten - Sabine Anemüller (SPD) und Dr. Paul Schrömbges (CDU) - gelassen. Am "Heißen Draht" unserer Zeitung beantworteten sie gestern die Fragen der Leser. Verkehrsplanung in Süchteln, Innere Sicherheit, Freizeitangebote für Senioren . . . die Leser hatten viele Fragen.

"Wie kann man die Verkehrssituation an der Grefrather Straße verbessern?", fragte Rudi Gubelek (74). Die Ein- und Ausfallstraßen von Süchteln seien zu den Hauptverkehrszeiten total überlastet, kritisierte der 74-Jährige. Er habe mit vielen Leuten vor Ort gesprochen, doch nichts habe sich geändert. "Es ist eine schwierige Situation, an der man baulich wenig ändern kann. Eine Umgehungsstraße wird es nicht geben", sagte Schrömbges.

Ottmar Nagel wollte von der SPD-Kandidatin ihre Position zur Kreismusikschule wissen: "Besteht da die Gefahr, dass die Kreisumlage reduziert wird?", fragte der Viersener. "Das liegt in der Zuständigkeit des Kreises", erklärte Anemüller. Aber die Stadt schätze die Kreismusikschule sehr. "Wir sind stolz darauf und greifen auch oft auf sie zurück", sagte die SPD-Kandidatin. Nagels zweite Frage konnten Anemüller, aber auch Schrömbges klar verneinen: "Nein, für Viersen ist keine Pferdesteuer im Gespräch."

Kritik an der mangelnden Polizeipräsenz äußerte eine Leserin aus Helenabrunn. Nach einem Einbruch in ihre Wohnung habe sie Angst. "Wie sollen wir Bürger uns wehren?", fragte die Viersenerin. Bürgerwehren seien nicht der richtige Weg, sagte der CDU-Kandidat. "Ich teile aber ihre Auffassung, dass nach so einem Erlebnis ein ungutes Gefühl bleibt." Konkret könne aber ein Bürgermeister daran nichts ändern. "Die Polizei liegt in der Zuständigkeit des Landes und des Kreises", erklärte Schrömbges. Wenn es demnächst um die Umarbeitung der Polizeipräsidien gehe, könne man als Stadt nur dem Landrat den Rücken stärken.

Zwei Anfragen kamen von spendenwilligen Bürgern, die Flüchtlingen helfen wollten. Man habe versucht, Kleiderspenden am Kaiser's Hochhaus abzugeben. Doch die avisierten Container habe man dort vergeblich gesucht, kritisierte eine Viersenerin. Eine Leserin aus Hoser wollte Martinstüten für die Flüchtlinge organisieren. "Ich komme da nicht weiter", sagte sie. In beiden Fällen wollte Anemüller sich erkundigen, wo es hake. Es sei schade, dass die Hilfsbereitschaft der Bürger nicht effektiver kanalisiert werde.

Daniel Dülpers wollte wissen, warum Viersens Partnerschaft mit der israelischen Stadt Pardesia so eingeschlafen sei und was man zu ihrer Belebung tun könne. Eine schnelle Antwort wusste keine der beiden Kandidaten. Es liege immer an den handelnden Personen, so Schrömbges und Anemüller.

Für die Generation 60 plus gebe es zu wenig Freizeitangebote, sagte eine Leserin aus Dülken. Es fehle an Räumlichkeiten, die man privat oder als Verein nutzen könne. "Das Problem ist bekannt. Es gibt dazu einen Prüfauftrag der Verwaltung", informierte Schrömbges.

Die Stichwahl ist am kommenden Sonntag. Beide Kandidaten wollen Freitag und Samstag ein letztes Mal in den Straßenwahlkampf gehen. Anemüller stellt sich am Freitagabend, 19 Uhr, im Café Mokka im Rathausmarkt noch einmal Bürgerfragen. Beide Kandidaten befürchten eine noch niedrigere Wahlbeteiligung als am 13. September.

Quelle: RP
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