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Niederkrüchten
Letzte Bilder von Pierre Besancon

Niederkrüchten: Letzte Bilder von Pierre Besancon
Brigitte Besancon, die Witwe des verstorbenen Künstlers Pierre Besancon, stellt jetzt seine Arbeiten aus. FOTO: Ahlen
Niederkrüchten. In der Gemeindebibliothek in Elmpt wird morgen eine Ausstellung mit Arbeiten des verstorbenen Malers Pierre Besancon eröffnet. Seine Witwe zeigt dort auch viele Niederkrüchtener Motive Von Heike Ahlen

Der Niederkrüchtener Künstler Pierre Besancon ist im Februar nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Im vergangenen Jahr noch hatte er im Elmpter Rathaus unter dem Titel "Einfach nur Kreide" ausgestellt. Um neue Bilder ergänzt, wollte er seine Arbeiten im Frühjahr im Amerner Mühlenturm erneut ausstellen, doch die Schau musste abgesagt werden. Jetzt sind seine Bilder zu sehen: In der Gemeindebibliothek in Elmpt zeigt seine Witwe, Brigitte Besancon, ab morgen rund 40 Werke.

"Er hat sich sehr auf diese Ausstellung gefreut", sagt Brigitte Besancon mit Blick auf die geplante Schau im Amerner Mühlenturm. Einige Werke seien speziell für die Ausstellung entstanden. Häufiger sei ihr in den Monaten nach seinem Tod der Gedanke gekommen, die Bilder irgendwann doch noch zu zeigen. "Sie müssen einfach gesehen werden", sagt Brigitte Besancon. Den Anstoß für die jetzige Ausstellung gab eine Mitarbeiterin der Gemeindebibliothek. Die beiden Frauen trafen sich zufällig im Dorf. "Und als sie dann auch noch einmal sagte: ,Mach diese Ausstellung' - da war es klar", sagt Brigitte Besancon.

Rund 40 Bilder werden in der Bibliothek zu sehen sein, eine Wand hat Brigitte Besancon für Niederkrüchtener Motive reserviert. "Mein Mann hat Farben geliebt", sagt sie. Er habe viel mit Techniken und Werkstoffen experimentiert, "mit der Kreide und bei der Kreide ist er dann angekommen." Für sie, die als einzige beim Malen dabei sein durfte, sei es immer wieder faszinierend gewesen, neben ihm zu sitzen und zuzuschauen, wie ein Bild entsteht.

Hans-Peter Besancon, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, wurde 1950 in Rheydt geboren. Er war gelernter Textilmuster-Zeichner und Fotogravur-Zeichner. Besancon zeichnete für Werbung, tat in seinem Leben aber auch viele andere Dinge. Er führte eine Kneipe in Oberkrüchten, fuhr Bus und hatte ein Geschäft in Niederkrüchten.

Je älter er wurde, desto mehr Raum nahm das Malen in seinem Leben ein. Er stellte im Haus Hohenbusch in Erkelenz, bei der Kreativa in Niederkrüchten und im Nassauer Stall in Wickrath aus. Wo einst die Gaststätte war, entstand sein Atelier - ein heller Raum, in dem auch jetzt noch viele Bilder an den Wänden hängen. Aus allen spricht Besancons außergewöhnlicher Blick fürs Detail, für Kleinigkeiten, die manchmal durch eine leichte Verschiebung die Augen für einen völlig neuen Kontext öffnen.

Quelle: RP
 
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