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Niederkrüchten
Letztes Zuhause für 18 Pferde
Niederkrüchten: Letztes Zuhause für 18 Pferde
Monika Schwarick (Mitte), Vorsitzende des Tierschutzvereins, gibt alten, kranken und/oder misshandelten Tieren auf dem ehemaligen Reiterhof „Ritzrode“ ein artgerechtes Asyl. FOTO: RPO
Niederkrüchten. Der Tierschutzverein Kreis Viersen hat sich einer Herkulesaufgabe gestellt. Aus einer verwahrlosten ehemaligen Reitanlage bei Oberkrüchten soll der neue Gnadenhof des Vereins werden. Helfer werden dringend benötigt. Von Jochen Smets

Sommer 2008: Die Boxen, in denen einst Pferde standen, sind bis unters Dach voll mit Müll. Ausrangierte Möbel, vergammelte Kleidung und sonstiger Unrat stapeln sich. Hinter dem Gebäude wuchert mannshoch das Unkraut. „Um Gottes Willen“, ist Monika Schwaricks erste Reaktion im Angesicht des Chaos. In einem düsteren, zugigen Gemäuer, das einmal eine Reithalle war, prangt ein Wappen. „Reitclub Ritzrode“ steht drauf. Den gibt es hier schon lange nicht mehr. Die Anlage an der B 221 nahe Oberkrüchten steht seit Jahren leer – und sieht dementsprechend aus. Monika Schwarick, Vorsitzende des Tierschutzvereins Kreis Viersen, ist auf der Suche nach einem Domizil für den Gnadenhof des Vereins, der alten, kranken und/ oder misshandelten Tieren ein artgerechtes Asyl bietet. Der Pachtvertrag für den bisherigen Hof in Süchteln läuft aus. Und wählerisch kann der kleine Verein mit seinen 31 Mitgliedern nicht sein. Monika Schwarick und ihre Mitstreiter nehmen die Herausforderung an. Herbst 2008: Die Boxen sind frisch gestrichen, der Müll ist weg. Pferde schauen den Besucher neugierig an. Hinter dem Boxentrakt ist das Unkraut verschwunden. Ein uriger Holzstall ist zu sehen, davor ein Gehege, in dem Ziegen grasen. Im Hof ist die gerissene Platte der Mistgrube erneuert. Ein Anfang ist gemacht. Aber mehr auch nicht. Am Gnadenhof ist noch unendlich viel zu tun. Die Anlage braucht ein neues Vierkammer-Abwassersystem. Eine alte Wohnung, die einmal als Aufenthaltsraum dienen soll, muss saniert werden. Sie hat ein undichtes Dach und keine Heizung. Einen Außenbrunnen hat der Verein bohren lassen. Doch die Tiefenpumpe fehlt noch.

Kein Geld. Hunderte Meter Weidezaun müssen erneuert werden. Material dafür hat ein Waldnieler Unternehmen gestiftet. Doch es mangelt an Helfern, die den Zaun ziehen. Freiwillige, Handwerker, Baumaterialien, Finanzmittel – der Verein ist auf jede Hilfe angewiesen, ob nun als Sach-, Geld-, Futter- oder Muskelspende. Monika Schwarick strahlt trotz dieser Herkulesaufgabe bemerkenswerte Tatkraft aus. Ihr Arbeitstag beginnt um fünf und endet um 22 Uhr. Auf dem Hof steht ihr Vereinsmitglied Manuela Majehrke zur Seite. 18 Pferde, drei Ziegen und zwei Hofhunde müssen versorgt werden. Mehrere andere Tiere sind auf privaten Pflegestellen. Wenn ihre Gehege fertig sind, kommen sie zurück. Was Monika Schwarick motiviert, ist das Potenzial der Hofanlage. 50 000 Quadratmeter Wiese gehören zum Gelände. Der Wald bietet eine tolle Kulisse. Wenn alles fertig ist, will die Tierschützerin Angebote für Kinder machen. Doch bis dahin wird die 53-Jährige noch viele17-Stunden-Tage hinter sich bringen. Sie tut es gern, denn: „Jedes gerettete Tier ist eine Belohnung.“

Quelle: RP
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