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Kreis Viersen
Lieber neues Archiv als Ertüchtigung der Burg

Kreis Viersen: Lieber neues Archiv als Ertüchtigung der Burg
Der Kreis Viersen will einen Architekten mit der Planung für einen Archiv-Neubau beauftragen. Eine Ertüchtigung der Kempener Burg, in der sich derzeit das Archiv des Kreises befindet, kommt nicht infrage. FOTO: MUEBRI
Kreis Viersen. Der Kreis will Architekten mit einem Planungskonzept für einen Archiv-Neubau beauftragen. 60.000 Euro sollen dafür bereit gestellt werden. Von Heribert Brinkmann

In das Projekt Kreisarchiv kommt Fahrt auf. In der nächsten Woche steht es am Donnerstag auf der Tagesordnung des Kreiskulturausschusses in Viersen. Dezernent und Kreiskämmerer Thomas Heil wird berichten - und damit ist klar, dass es nicht um Inhaltliches geht, sondern um Geld. Im Nachtragshaushalt 2016 stehen 60.000 Euro für das Kreisarchiv. Das soll der Ausschuss beschließen. Mit dieser erst einmal geschätzten Summe soll ein planungs- und bautechnisches Konzept für einen Archivneubau bezahlt werden. Welches Architekturbüro dieses Konzept erstellt, steht nach Aussage der Kreispressestelle noch nicht fest.

Auf Bitten der Kreisverwaltung erstellte das Archivberatungszentrum des Landschaftsverbandes ein - kostenloses - archivfachliches Gutachten zur Schwachstellenanalyse der Burg und zu den Anforderungsparametern für einen zukunftsfähigen Archivzweckbau. In der Vorlage zu dieser Investitionsmaßnahme wird das Ergebnis dieses LVR-Gutachtens bereits beschrieben: "Dabei besteht zwischen dem LVR und dem Kreis Einvernehmen, dass sowohl aus archivfachlichen als auch aus wirtschaftlichen Erwägungen der Errichtung eines Archivneubaus der Vorzug gegenüber der Ertüchtigung eines Bestandsbaus einzuräumen ist." Unter der Überschrift "Neubau Kreisarchiv" wird das Problem angerissen: Das Zentralgebäude des Kreisarchivs ist derzeit in der Kempener Burg untergebracht, ein weiteres Magazin für das Endarchiv befindet sich im Arnoldgebäude in Kempen (nur 750 Meter von der Burg entfernt, zu Fuß in neun Minuten erreichbar), und dann gibt es noch das Magazin für das Zwischenarchiv in Viersen-Dülken. Die Kreisverwaltung stellt damit eine dezentrale Struktur fest, "die in der Praxis erhebliche logistische Probleme mit sich bringt". Wichtiger ist das Argument, dass in der Burg Räumlichkeiten für Ausstellungen und Archivpädagogik fehlten. Auch seien Lagerkapazitäten erschöpft, die Burg bedeute für das Archiv statische und klimatische Probleme.

Aus der Kreispolitik war zu erfahren, dass sich die Städte Viersen und Willich bis zum 18. März erklären sollen, ob sie ihre Stadtarchive in das Kreisarchiv eingliedern wollen oder nicht. Als Bonbon gäbe es die Aussicht für beide Kommunen, dass sich das neue Kreisarchiv dann auf ihrem Stadtgebiet ansiedeln werde. Würden beide Städte an der Selbstständigkeit ihrer Stadtarchive festhalten wollen, dann habe auch die Stadt Kempen wieder eine Option auf den Neubau des Kreisarchivs.

Quelle: RP
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