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Niederkrüchten
Lindbruch-Pläne gestorben

Niederkrüchten: Lindbruch-Pläne gestorben
Blick auf den Lindbruch vom Ortskern aus. Erst hatten Bürger Sorge, dass die geplanten Seniorenwohnungen den Blick in die Natur versperren würden, daraufhin wurde das Gebäude versetzt geplant. Nun kommt der Bau gar nicht. FOTO: Busch
Niederkrüchten. Es sollte zur Belebung des Niederkrüchtener Ortskerns beitragen: Ein Investor plante ein Café und acht seniorengerechte Wohnungen am Lindbruch. Doch das Projekt ist gescheitert. Eine Bäckerei kommt trotzdem. Von Jochen Smets

Niederkrüchten bekommt eine neue Bäckerei mit Café. Die Brüggener Landbäckerei Stinges eröffnet auf der Mittelstraße im ehemaligen Schlecker-Ladenlokal eine neue Filiale. Ein anderes Café, das alle erwartet haben, kommt dagegen nicht. Überraschend gestorben sind die Pläne von Investor Hans Wilhelm Janissen, am Lindbruch ein Wohn- und Gastronomiegebäude mit acht seniorengerechten Wohnungen und einem Café zu errichten. Wie Beigeordneter Klaus Blech in der Ratssitzung am Dienstag mitteilte, seien die Grundstücksverhandlungen Janissens mit der Volksbank Viersen nicht erfolgreich gewesen.

Dies kommt reichlich unerwartet, da bis vor wenigen Wochen alles klar schien: Die Politik hatte zugestimmt. Die Volksbank hatte Bereitschaft signalisiert, durch Verkauf eines Grundstücks den Bau zu ermöglichen. Der Planer hielt einen Spatenstich noch in diesem Jahr für möglich. Auch die Bürgerinitiative zum Erhalt des Lindbruch-Ensembles sah ihre Forderung erfüllt, dass die Sichtachse vom Dorfkern zum Lindbruchweiher – und umgekehrt – durch das Gebäude nicht verstellt werden dürfe. In den ursprünglichen Plänen hätte der Bau nämlich fast mitten auf dem Lindbruchplatz gestanden. Aufgrund der Bürgerproteste hatte Janissen den Baukörper um 19 Meter Richtung Rathausstraße verschoben. Das erforderte den Zukauf von Flächen von der Besitzerin des ehemaligen Schlecker-Ladenlokals und eben von der Volksbank.

Die hat sich nun aber offenbar anders entschieden. "Die Volksbank hat uns informiert, dass ein anderer Bewerber den Zuschlag erhält", sagte Blech auf RP-Anfrage. Volksbank-Vorstand Jürgen Cleven bestätigte das. Das Grundstück und der zugehörige Gebäudeteil hätten öffentlich zum Verkauf gestanden. Die Volksbank habe an einen anderen Investor verkauft, der ein erheblich besseres Angebot gemacht habe. Janissen zeigte sich überrascht vom Schwenk der Volksbank, reagierte aber betont gelassen. "Ich bedaure es. Aber wenn man uns nicht will, dann kommen wir eben nicht."

Selbst Stinges-Geschäftsführer Willi Stinges, dem nun ein Konkurrenz-Café in unmittelbarer Nachbarschaft erspart bleibt, meinte: "Schade, dass es nicht geklappt hat. Das hätte sich gegenseitig befruchten können. Das Projekt hätte Niederkrüchten gut getan." Stinges eröffnet am heutigen Donnerstag auf 120 Quadratmeter eine Bäckerei mit Café und 25 Sitzplätzen im einstigen Schlecker-Geschäft. Es ist die 104. Stinges-Filiale am linken Niederrhein. "Wir haben in Niederkrüchten schon lange etwas gesucht und sind stolz, dass wir es an diesem Standort realisieren können", so Stinges.

(RP/rl)
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