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Niederkrüchten
Löschaktion im Elmpter Wald

Niederkrüchten: Löschaktion im Elmpter Wald
Bei der Übung gestern legte die Feuerwehr natürlich kein echtes Feuer im Elmpter Wald: Rot-weißes Flatterband zwischen den Bäumen zeigt den Einsatzkräften Brände und Brandlinien. FOTO: RPO
Niederkrüchten. Gestern um 10 Uhr: Die drei Löschzüge der Gemeindefeuerwehr rücken in Gesamtstärke aus. Im Grenzwald tobt ein Brand. Glücklicherweise ist das Ganze nur eine Übung. Aber die wird mit vollem Einsatz gefahren – nur ohne Feuer. Von Jochen Smets

Die drei Wildgänse im idyllischen Löschwasserteich 8 verlassen unter protestierendem Kreischen den Ort der sonntäglichen Ruhestörung. Ein grellrotes Fahrzeug bahnt sich den Weg durchs Unterholz. Ein Trupp Feuerwehrleute springt heraus und wuchtet eine mächtige Pumpe von der Ladefläche. Gerätewart Michael Dempsey gibt der Mannschaft des Rüstwagens ein paar knappe Kommandos. Wenige Minuten später liegt das Saugrohr im Wasser. Schläuche werden zu einem Verbindungsweg gerollt. Dempsey informiert Einsatzleiter Rainer Engemann, dass die Wasserübergabestelle eingerichtet ist. Im Ringverkehr rollen die Tanklöschfahrzeuge heran. Drei Minuten dauert es, bis ein 3000-Liter-Tank befüllt ist.

Ein paar hundert Meter weiter tobt der Kampf gegen das Feuer. Zugegeben, für diesen Waldbrand braucht der geneigte Betrachter ein bisschen Fantasie, denn natürlich wird für eine Übung kein echtes Feuer gelegt: Rot-weißes Flatterband symbolisiert Brände und Brandlinien. Pylone (die rot-weißen Hütchen, die man von Baustellen kennt) sollen Brandnester darstellen. Rauchbomben und Nebelmaschinen, die von knatternden Stromaggregaten angetrieben wer-den, sorgen für den Realitätsbezug der imaginären Feuersbrunst. Staunend blicken Spaziergänger und Mountainbiker auf das imposante Szenario.

Am Galgenberg, den die Feuerwehrleute "Roermonder Blick" nennen (weil es nach dem großen Waldbrand 1976 von hier freie Sicht bis Roermond gab), steht Löschfahrzeug 5.44.21. Herbert Caspers bedient die Verteilerpumpe. 1200 Liter Löschwasser hat der Wagen an Bord. Drei Schläuche verzweigen von hier zu den Löschtrupps am Ende der Spritzen. Keuchend schaffen die Wehrleute die prallen, armdicken Schläuche die Böschung herauf. In der schweren Brandschutz-Montur (im Fachjargon "Hupfkleidung" genannt) ist das nichts für Konditionsschwache. Die 1200 Liter-Füllung des Löschfahrzeugs ist in wenigen Minuten mit sieben bar Druck durch die Schläuche gejagt. Doch der Versorgungsring steht – der Nachschub-verkehr rollt ununterbrochen. An der zweiten großen Brandlinie stehen Wehrführer Andre Erkens und Kreisbrandmeister Klaus-Thomas Riedel und beobachten das Geschehen. Erkens ist zufrieden. Ein paar kleinere Fehler wird er bei der Manöverkritik ansprechen, aber insgesamt läuft die Übung gut. Denn zum Lernen ist die Aktion gedacht. "Ist halt eine Übung und keine Könnung", sagt Riedel.

Anderthalb Stunden dauert der Einsatz. Im Versorgungszelt, das die Jugendfeuerwehr aufgebaut hat, gibt's belegte Brötchen. Gegen Mittag herrscht wieder Stille im Wald. Die Wildgänse haben Löschwasserteich 8 wieder in Besitz genommen.

Quelle: RP
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