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Schwalmtal
Lokale Agenda kritisiert Gemeinde

Schwalmtal: Lokale Agenda kritisiert Gemeinde
Die Vernetzung mit dem Rathaus und der Gemeinde könnte besser sein. Auf Fragen erhalte man oft nur lapidare Antworten, kritisieren Vertreter der Lokalen-Agenda-Gruppe. FOTO: Busch
Schwalmtal. Die Gruppe will konkrete Lösungsvorschläge für erkannte Problem erarbeiten. Man wolle sich neu ausrichten. Von Birgit Sroka

Die Akteure der Lokalen Agenda trafen sich kürzlich, um gemeinsam eine Richtung für die zukünftige Arbeit zu entwickeln. Norbert Wolsing, Leiter der ehrenamtlich tätigen Gruppe, teilt mit, dass sich die Gruppe Teile aus dem Leader-Konzept herauspicken möchte, um einzelne Punkte weiter zu erarbeiten. "Wir bekommen Unterstützung von der Gemeinde, glauben aber, dass dies nicht finanzieller Art sein wird", befürchtet er.

Die Mitglieder der Lokalen Agenda werden bei den Treffen auch informiert, was im Rat und in den Ausschusssitzungen passiert. Die Mitglieder bemängeln die Beantwortung ihrer Anfragen an die Gemeinde. "Wir erhalten eher lapidare Antworten, die meist nicht weiterhelfen", so die Vertreter der Lokalen Agenda. "Wir wünschen uns mehr Ehrlichkeit, was geht oder auch nicht. Unsere Initiativen werden zwar begrüßt, man will die jeweilige Sache dann im Auge behalten, meist kommt dann die Antwort, dass man unser Anliegen im Rahmen der Haushaltsmöglichkeiten berücksichtigen wolle."

Die Lokale-Agenda-Gruppe strebt an, den schon recht abgenutzten Begriff "Nachhaltigkeit" mit Leben zu füllen. "Das Umfeld in Schwalmtal ist nicht Lokale-Agenda-affin", so Wolsing. Handlungsbedarf sieht die Gruppe im Informationsfluss an die Lokale Agenda und in der Verständlichkeit aller vom Amt herausgegebenen Informationen für die Bürger, auch wenn dahingehend schon Bemühungen unternommen werden.

In einer Brainstorming-Runde widmen sich die engagierten Schwalmtaler dem Thema Kinderarmut und ziehen das "Dormagener Modell" als Musterbeispiel heran. Der Dormagener Bürgermeister hatte seinerzeit dafür gesorgt, dass direkt ab der Geburt eines Kindes jede Familie besucht wurde und dadurch ein kontinuierliches Betreuungsangebot bestand. "Dieses wollen wir auf Schwalmtal übertragen", überlegt Wolsing. Zuerst sammelten die Mitglieder Gedanken zur Frage, wann Kinder als arm zu bezeichnen sind. Darunter fielen dann auch Antworten wie: "Eltern Harz IV", "keinen Kontakt zur Natur" oder "keiner hört ihnen zu". Anschließend wurden die Felder "Ursache" und "Wirkung" untersucht. Zur "Wirkung" wurden Antworten wie "stigmatisiert", "nicht in der Norm", "ausgegrenzt" oder auch "Horizont beschränkt" aufgestellt.

Wolsing stellte danach die Frage, wen man aktivieren müsse, um diesen Effekten entgegenzuwirken. In der Zivilgesellschaft, der Politik, den Schulen, der Kirche, der Jugendarbeit, dem Bündnis für Familien und anderen Multiplikatoren gibt es schon Akteure, die sich engagieren. Diese Ansprechpartner zu vernetzen, das Angebot zu listen und eine umfassende Informationspolitik zu betreiben und nach vielfältigen Finanzierungsmöglichkeiten Ausschau zu halten, wird ein zukünftiges Aufgabenfeld für die Lokale Agenda werden.

"Unser neuer Stil ist es, Probleme zu erkennen, zu analysieren, Angriffspunkte zu suchen, Unterstützer zu finden und dann erst aktiv zu werden, ob dies nun in Form eines Antrags oder auch in einer direkten Aktion passiert, wird im konkreten Fall dann entschieden", beschreibt Wolsing die neue Ausrichtung der Gruppe.

"Momentan befindet sich noch alles im Bereich der Vorbereitung, um uns nächstes Jahr besser aufstellen zu können und das Aktionsfeld für die Lokale Agenda klar zu haben. Wir müssen uns eine Identität schaffen."

Quelle: RP
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