| 17.44 Uhr

Brüggen
Lügen haben kurze Beine in markanten Schuhen

Brüggen. Da hat ein 16-jähriger Schwalmtaler die Polizei unterschätzt: Beamten des Einsatztrupps war der Junge am Mittwoch gegen 11.30 Uhr mit einem Roller auf dem Radweg der Boisheimer Straße aufgefallen. Der Rollerfahrer wirkte so jung, dass die Beamten sich zu einer Überprüfung entschlossen. Doch der Jugendliche gab Fersengeld: Mehr als zwanzig Minuten lieferte er sich eine wilde Verfolgungsfahrt mit der Polizei, in deren Verlauf er mehrere Verkehrsstraftaten beging und das verfolgende Polizeifahrzeug mehrfach zu Notbremsungen zwang, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Schließlich bog der Jugendliche in einen abgepollerten Weg ab und konnte die Verfolger abschütteln.

Roller angeblich gestohlen

Obwohl immer wieder Spaziergänger den Beamten Hinweise auf den Flüchtigen gaben, konnte die Polizei den Jungen nicht mehr aufspüren. Trotz der halsbrecherischen Flucht hatte der junge Fahrer laut Polizeibericht durchgehend versucht, das Versicherungskennzeichen mit seinem Schuh zu verdecken. Erstens war ihm dies misslungen, die Beamten konnten das Kennzeichen sehr wohl ablesen, zweitens trug der auffällige Schuh später zur eindeutigen Identifizierung des Fahrers bei. Als die Beamten den Halter des Rollers ermittelt hatten und am nächsten Tag zu Hause aufsuchten, behauptete der 16-Jährige, sein Roller sei ihm am Morgen gestohlen worden. Trotz eindringlicher Belehrung über die strafrechtlichen Folgen beim Vortäuschen einer Straftat blieb der Jugendliche bei dieser Aussage und bestand auf einer Anzeige. Er ließ sich auch nicht vom Gegenteil überzeugen, als einer der verfolgenden Beamten ihn eindeutig als Fahrer identifiziert hatte und seine auffälligen Schuhe anmerkte.

Die Beamten nahmen die Aussagen des Jugendlichen zur Kenntnis und machten sich dann auf den Weg, ihm seine Schutzbehauptung zu widerlegen. Es gelang ihnen, mehrere Zeugen zu ermitteln, die den 16-Jährigen noch mit dem Roller hatten fahren sehen, als dieser angeblich schon in den Händen von Zweiraddieben gewesen sein sollte. Mittlerweile hat der Jugendliche sein Fehlverhalten eingestanden und den versteckten Roller der Polizei übergeben. Die stellte das Gefährt sicher, um zu schauen, ob vielleicht ein Tuning und damit verbunden das Fahren ohne Fahrerlaubnis der Grund für die Flucht des Jugendlichen gewesen sein könnte. Wegen der Vortäuschung sowie verschiedener anderer vorgeworfener Verkehrsstraftaten bei der Verfolgung erwartet den Jugendlichen nun auf jeden Fall ein Strafverfahren. Die Polizei ermittelt weiter.

Quelle: RP
 
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