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Brüggen
Lüttelbrachter Chor bereitet singend viel Freude

Brüggen. Der Männergesangverein Laetitia ist mit seinem neuen Chorleiter Michael Decker auf einem guten Weg.

Ein klareres Bekenntnis zum niederrheinischen Weihnachtskolorit gab der Männergesangverein (MGV) Laetitia Lüttelbracht in der voll besetzten Kirche St. Maria Helferin ab. Er begann sein Konzert mit einem Lied, das ursprünglich aus Österreich stammt. Da heißt es "Es wird scho glei dumper" - auf Hochdeutsch: Es wird schon gleich dunkel. Der Chor übersetzte das ins Plattdeutsche - da waren gleich alle zu Hause.

Seit den Sommerferien hat der Chor mit Michael Decker einen neuen Leiter. Decker hat sich ganz offensichtlich mit dem Chor genau so schnell angefreundet wie der Chor mit ihm. Der neue Chorleiter hatte auch das Programm konzipiert, und das war gut. In kurzweiligem Wechsel sangen Chor und Gesangssolisten, wurden die Zuhörer mit Weihnachtsliedern erfolgreich zum Mitsingen animiert. Dazwischen trug Decker kurze, besinnliche Texte vor. Der Versuch, das wohl älteste bekannte Weihnachtslied "Nun sei uns willkommen, Herre Christ" mit Chor und Zuhörern als Kanon gemeinsam zu singen, klappte auf Anhieb. Sofern der Chor nicht, wie beim Sanctus von Schubert, a cappella sang, begleitete Decker ihn am Konzertflügel. Der war von einem freundlichen Musikfreund kostenfrei zur Verfügung gestellt worden. Decker steuerte auf diesem Instrument auch zwei stilistisch sehr unterschiedliche Stücke bei. Beide bezogen sich auf Kirchenglocken, aber auf sehr verschiedene Weise. Sensibel interpretierte Decker "Sposalizio" von Franz Liszt; temperamentvoll, durchsetzt mit Jazz-Synkopen, ließ er "Jingle Bells" folgen.

Eine hervorragende Sängerin von professionellem Niveau konnte für die Solobeiträge gewonnen werden - die in Lüttelbracht wohnende Patricia de Miguel. Händels Arie aus dem Messias "Er weidet seine Herden" sang sie ebenso perfekt wie Wiegenlieder von Reger und Grieg. Auch im Chor gibt es gute Stimmen. Tenor Alfred Brocker hat zwar keine so systematische Stimmausbildung hinter sich wie die Sopranistin de Miguel. Aber er verfügt, wie er mit seinen solistischen Beiträgen, "Tochter Zion" und Schuberts "Ave Maria" bewies, über eine beachtlich gute stimmliche Veranlagung. Sänger wie diese kann jeder Chor gut gebrauchen.

Das Konzert machte sowohl den Mitwirkenden wie den herzlich applaudierenden Zuhörern viel Freude. Der Chor, das war deutlich zu spüren, befindet sich mit seinem neuen Leiter auf einem guten Weg. Darauf wies auch Chorvorsitzender Peter Metten hin. Zugleich gab er zu bedenken, ob unter diesem Aspekt nicht neue Sänger dazukommen möchten. Sie können zuerst einmal unverbindlich das Mitsingen probieren. Geprobt wird mittwochs abends ab 20 Uhr auf dem Schießstand in Lüttelbracht.

(gho)
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