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Viersen
Mackenstein: Neue Vorschläge für Zufahrt und Parkplätze

Viersen. Am Donnerstag werden im Ausschuss für Stadtentwicklung Änderungen zum Flächennutzungsplan Mackenstein vorgestellt. Dort will Badhändler Reuter bauen. Die wichtigsten Punkte der Kritiker — und die Antworten der Stadt Von Daniela Buschkamp

Rund hundert Bürger und Institutionen haben Stellungnahmen zum Bebauungsplan Mackenstein-Peschfeld abgegeben. Die Stadt will dort Baurecht für eine neue Firmenzentrale samt Hochregallager und Showroom des Badgroßhändlers Reuter schaffen. Es wäre die größte Firmenansiedlung nach Mars; Hunderte zusätzliche Arbeitsplätze will Reuter in den kommenden Jahren schaffen. Die Einwendungen und Anregungen sollen in einen neuen Bebauungsplanentwurf aufgenommen werden, der in rund zwei Wochen erneut ausgelegt wird. Darüber entscheidet am Donnerstag der Ausschuss für Stadtentwicklung. "Am Donnerstag wird aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen", betont die Technische Beigeordnete Beatrice Kamper. Unsere Zeitung dokumentiert die wichtigsten Punkte der Kritiker - und wie die Stadt dazu Stellung nimmt.

"Mehr Verkehr bringt Gefahren"

Antwort der Verwaltung: Damit der zusätzliche Verkehr sicher und störungsfrei fließen kann, ist eine Querungshilfe für Radler in Mackenstein und eine Linksabbiegerspur auf der K8 in die Mackensteiner Straße geplant. Dies will die Stadt mit dem Kreis als Baulastträger realisieren. Zusätzlich gehen die Gutachter in Mackenstein von 1408 Autos und in Hausen von 1584 Autos pro Tag zusätzlich aus. Für die K8 wird insgesamt künftig mit 5456 Autos für Mackenstein und für Hausen mit 9592 Autos in 24 Stunden gerechnet. Geändert wurde neben dem Flächenzuschnitt die Zufahrt. Für Kunden und einen Teil der Mitarbeiter ist sie nun über einen Kreisverkehr an der K8 geplant. Mindestens 200 Mitarbeiterparkplätze werden nach hinten verlegt. Damit wurde auch ein Vorschlag der Viersener CDU aufgegriffen. Diese hatte vorgeschlagen, eine Anbindung über vorhandene Straßen wie die Elektronikstraße zu prüfen. Ergebnis der Prüfung: Für gegenseitigen Lkw-Verkehr ist eine Kurve zu schmal, müsste um 1,5 Meter verbreitert werden. Das entsprechende Grundstück ist nicht im Besitz der Stadt, ein Ankauf war nicht möglich.

"Es wird lauter"

Antwort der Stadt: Es wird leiser. Ein Teil des Verkehrs soll über Erschließungsanlagen im Gewerbegebiet Mackenstein geführt werden, was zu einer geringfügigen Entlastung von Mackenstein führt. Zudem gibt es lärmoptimierte Straßenbeläge in Hausen und Mackenstein. In Hausen wird die Höchstgeschwindigkeit von 22 Uhr bis 6 Uhr auf 30 km/h reduziert. Dadurch wird in Hausen der Beurteilungspegel unter 70 dB(A) tags und 60 dB(A) nachts liegen. Ausnahme: ein unbewohntes Gebäude an der Rheindahlener Straße. "Durch alle Maßnahmen kommen wir unter die heutigen Werte" , sagt Kamper.

"Autobahnanschlussstellen werden überlastet"

Antwort der Stadt: "Durch die Nutzungs- und Verkehrsentwicklung im Gewerbegebiet Mackenstein sind an der Anschlussstelle Mönchengladbach-Hardt (A52) keine wesentlichen Auswirkungen zu befürchten, bauliche Maßnahmen zur Leistungssteigerung sind daher nicht erforderlich." An der A61 Mackenstein gebe es bereits jetzt Engpässe. Die Verkehrsbelastung sei nicht ausschließlich dem neuen Gewerbegebiet zuzuordnen. Die Stadt will weitere Gespräche mit dem Kreis und mit Straßen.NRW führen.

"Massiver Baukörper"

Antwort: "Als maximale Gebäudehöhe ergibt sich für den westlichen Teil circa 25 Meter und für den östlichen Teil circa 15 Meter. Diese Höhen sind für gewerbliche Nutzungen in der angestrebten Größenordnung üblich. Für die südlich vorgelagerte überbaubare Fläche mit einer Tiefe von acht Meter, die für eine Überdachung von Vorfahrtbereichen oder Eingangsbauwerken gedacht ist, ist eine Höhenfestsetzung von circa 8,5 Meter getroffen worden." Durch die Einbindung des Gewerbegebiets in die Landschaft mit einzelnen Waldflächen und die Eingrünungsfestsetzungen sei sichergestellt, dass die Gewerbestruktur nicht frei sichtbar stehe.

"Ackerfläche wird versiegelt"

Antwort: "Auf Anforderung der zuständigen Fachbehörde mussten rund 50 Prozent der notwendigen Kompensation durch Umwandlung einer ackerbaulich genutzten Fläche in eine artenreiche Mähwiese Strauchgehölzen und einzelnen Obstbaumhochstämmen sowie zu 50 Prozent durch Laubholzvoranbau unter einen Fichtenreinbestand erfolgen." Zusätzlich werden aber 16 Hektar der im Flächennutzungsplan dargestellten Gewerbeflächen im Bereich Süchteln in Flächen für Landwirtschaft umgewandelt - ein Vielfaches der Kompensationsfläche.

Quelle: RP
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