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Viersen
Mal zärtliche, mal heitere Orgeltöne

Viersen. Zur Irmgardisoktav gab es ein harmonisches Konzert in St. Clemens

Mitten hinein in die französische Orgelromantik führten die "Heures Mystiques", die mystischen Stunden von Léon Boëllmann. Bernd Cuypers ließ die abwechslungsreichen Stücke, die der elsässische Organist und Komponist nach verschiedenen Reisen verfasste, auf der Klais-Orgel seiner Süchtelner Pfarrkirche St. Clemens eindrucksvoll erklingen.

Geschickt wechselte er die Register; mal klang es majestätisch, mal heiter, mal zärtlich. Für Abwechslung war ohnehin gesorgt. Zum einen, weil das Programm zwischen französischer Romantik und vorwiegend italienischem Barock pendelte. Zum zweiten, weil sowohl Werke für Orgel Solo als auch solche für Cello und Orgel auf dem Programm standen.

Fast jedes Instrument klingt gut mit Orgel zusammen, das Cello mit seinem sonoren Ton ganz bestimmt. Tobias Wollgarten bewährte sich als sicherer und zuverlässiger Spieler, der über einen schönen Ton verfügt und Kantilenen musikalisch zu gestalten weiß.

Italienische Barockkomponisten gefallen in der Regel durch vitale Frische und gesangliche Melodik. Das gilt auch für die beiden komponierenden Brüder Alessandro und Benedetto Marcello. Sowohl Benedettos erste Cello-Sonate wie Alessandros ursprünglich für Oboe und Orchester geschriebenes Larghetto wurden in tadelloser Form vorgetragen.

Einmal indirekt und einmal direkt kam Bach vor: mit einer Meditation des Engländers Herbert Brewer über den Namen B-A-C-H und mit einer Bearbeitung eines Kantatensatzes des großen Johann Sebastian (BWV 156).

Keine Bearbeitung, sondern original für Cello und Orgel geschrieben ist "Prière" (Gebet) von Camille Saint-Saëns. Damit sollte eigentlich der Abend zu Ende gehen. Aber der begeisterte Beifall der zahlreich erschienenen Zuhörer führte dann noch zu einer Marcello-Da-Capo-Zugabe.

(gho)
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