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NiederkrÜchten
Malerviertel in Elmpt ist abbezahlt

NiederkrÜchten. Das Neubaugebiet kostete die Gemeinde Niederkrüchten fast doppelt so viel wie gedacht Von Jochen Smets

Die letzte Rate ist bezahlt. 5000 Euro hat Kämmerin Marie-Luise Schrievers überwiesen. Ein fast läppischer Betrag bei einem Projekt mit einem Gesamtvolumen von gut 21 Millionen Euro. So teuer war es, die einstige Britensiedlung an der Dürer- und Menzelstraße - im Volksmund wenig schmeichelhaft "Legoland" getauft - abzureißen und an gleicher Stelle das Neubaugebiet "Malerviertel" wachsen zu lassen.

Zwölf Jahre hat das gedauert. 2003 wurden die alten Wohnblocks, die nach dem Abzug der Royal Air Force im Jahr 2001 nicht mehr gebraucht wurden, abgerissen. Die ersten Häuslebauer zogen im Juni 2005 am neu geschaffenen Lucas-Cranach-Weg ein. Das letzte von insgesamt 135 Grundstücken wurde im Oktober 2015 verkauft. Bis auf vier sind alle Flächen bebaut. Heute leben 370 Menschen im Malerviertel.

Mit der Überweisung der Schlussrate von 5000 Euro steht das Treuhandkonto, von dem alle Ausgaben im Zusammenhang mit der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme beglichen wurden, auf null. Damit ist eine der größten finanziellen Herausforderungen in der Geschichte der Gemeinde Niederkrüchten bewältigt. Marie-Luise Schrievers legte dem Rat nun die Schlussabrechnung vor. 21,2 Millionen Euro wurden im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme "Malerviertel" bewegt. Gut 9,9 Millionen Euro erhielt die Gemeinde als Zuschüsse aus Bundes- und Landesmitteln. Acht Millionen Euro betrug der Erlös aus den Grundstücksverkäufen. Für die Gemeinde blieb damit ein Eigenanteil von knapp 3,2 Millionen Euro.

Ursprünglich waren nur 1,7 Millionen Euro als Eigenanteil kalkuliert. Weil das Oberlandesgericht Hamm der Immobilienfirma Euwobau, der die abgerissenen Wohnblocks gehörten, aber vor einigen Jahren eine wesentlich höhere Entschädigungssumme zusprach als erwartet und veranschlagt, musste die Gemeinde plötzlich 2,3 Millionen Euro zusätzlich aufbringen. Zudem lief die Vermarktung der Neubaugrundstücke lange Zeit schleppend, sodass die Zinslast für die roten Zahlen auf dem Treuhandkonto munter stieg. In schwierigen Verhandlungen gelang es im Jahr 2008, den Kostendeckel für die Landesförderung noch einmal zu öffnen. Ansonsten wäre der Eigenanteil auf mehr als fünf Millionen Euro hochgeschnellt.

Die letztlich verbleibenden 3,2 Millionen Euro haben der damalige Kämmerer Klaus Blech und seine Nachfolgerin Schrievers übrigens peu à peu abgetragen. Was das Malerviertel betrifft, ist die Gemeinde also schuldenfrei.

Quelle: RP
 
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