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Schwalmtal
Manchmal reicht eine helfende Hand

Schwalmtal. Beim Fest der Begegnung in Waldniel spielten Kinder aus vielen Ländern miteinander. Und Erwachsene lernten sich kennen. Von Heike Ahlen

"Mama, die Larissa klettert jetzt da ganz nach oben. Und wenn sie sich nicht traut, dann muss sie sich das ganze Gesicht schminken lassen!" Aufgeregt zupft das kleine Mädchen am Pullover der Mutter. Keine Frage, der Kran mit den Kletterstangen, an denen man bis auf luftige 13 Meter Höhe emporklettern kann, hat Anziehungskraft. Ein Unternehmen für Dachtechnik aus der Umgebung hilft immer wieder gern, wenn die Teams von "Big Bass", Streetwork Schwalmtal oder "Effa" eine besondere Aktion für Kinder und Jugendliche durchführen wollen. Beim Fest der Begegnung, zu dem Mitarbeiter der offenen Kinder- und Jugendarbeit eingeladen haben, ist der Kletterkran nur eine von vielen Möglichkeiten. "Die Idee zu einem Familien-Spielfest war schon lange da", sagt Eric Loll vom rollenden Jugendtreff "Big Bass". "Wir wollten im Sozialraum Nottbäumchen ein gemeinwesenorientiertes Angebot machen", ergänzt Streetworker Joachim Hambücher. Und so stehen auf dem Bolzplatz "An Haus Clee" in Waldniel auch zwei große Hüpfburgen. Die Popcornmaschine läuft ohne Unterlass. Wer mag, kann auch Dosenwerfen, Würstchenessen, die Schokokuss-Wurfmaschine ausprobieren oder einfach gemütlich zusammensitzen.

Miriam Prenten, die dritte im Bunde der Aktion, ist vom evangelischen Jugendzentrum "Effa" in Waldniel für die aufsuchende Arbeit mit Kindern zuständig. Ihr Bauwagen parkt montags und donnerstags jeweils von 12.45 bis 17.45 Uhr im Wohngebiet Nottbäumchen. Die Kinder spielen drinnen und draußen, bald steht auch eine große gemeinsame Schnitzeljagd an.

Die vielen freiwilligen Helfer, die die einzelnen Aktionen betreuen, hören beim Fest der Begegnung viele Sprachen. "Wir haben das vorher nicht an die große Glocke gehängt, aber wir haben auch die Flüchtlingshilfe angesprochen, ob es nicht Menschen gibt, die heute hier dabei sein wollen", sagt Streetworker Hambücher. Und die gibt es zweifellos: Die Kinder hüpfen gemeinsam auf dem Luftkissen und erklettern die aufblasbare Rutsche. Das geht ganz ohne Sprachkenntnisse, manchmal reicht eine ausgestreckte helfende Hand. "Das ist eine ganz tolle Idee, dass etwas für die Kinder hier auf die Beine gestellt wird, so etwas gibt es viel zu selten", sagt Andreas Leuchtenberg und reicht Eric Loll zum Dank die Hand. Leuchtenberg wohnt mit seiner Familie direkt in der Nähe des Bolzplatzes. Sein sechsjähriger Sohn Noah hat beide Hüpfburgen und das Dosenwerfen ausprobiert. Und die Popcorntüte ist bereits leer. Während die Kinder spielen, stehen oder sitzen die Erwachsenen in Grüppchen zusammen. Es ist tatsächlich ein Tag der Begegnung - des Neu-Kennenlernens ebenso wie des nach langer Zeit Wieder-Begegnens.

Quelle: RP
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