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Brüggen
Mann verschanzt sich mit Messer in Haus

Brüggen. Ein 37-Jähriger hat gestern in einem Mehrfamilienhaus in Bracht erst den Hauseigentümer, dann Polizisten mit Messern bedroht. Spezialeinsatzkräfte konnten ihn überwältigen, er wurde in eine psychiatrische Einrichtung gebracht Von Heike Ahlen

Große Aufregung gab es gestern Nachmittag im kleinen Dorf Bracht: In einem Mehrfamilienhaus an der Königstraße gab es einen Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos (SEK), nachdem ein Hausbewohner einen anderen Mann und herbeigerufene Polizisten mit Messern bedroht hatte.

In dem Mehrfamilienhaus befindet sich im Erdgeschoss eine Praxis, im Obergeschoss gibt es kleine Wohnungen. Dorthin wurde gegen 14.30 Uhr die Polizei gerufen: Der Hauseigentümer hatte die Beamten alarmiert, nachdem er von einem der Bewohner mit einem Messer bedroht worden war. Der Hauseigentümer konnte sich unverletzt in Sicherheit bringen. Die Beamten rückten mit mehreren Einsatzfahrzeugen an. Allerdings griff der Mann auch die Polizisten sofort mit Messern an. Verletzt wurden sie nicht. Die Beamten versuchten, den Mann mit Pfefferspray außer Gefecht zu setzen. Das misslang, das Spray zeigte keine Wirkung. Doch es gelang den Polizisten, den Bewohner zurück in seine Wohnung zu drängen, wo er sich verschanzte.

Von da an ging im inneren Ortskern Brachts nichts mehr - die Königstraße wurde von der Marktstraße fast bis zur Kaldenkirchener Straße gesperrt. Spezialkräfte rückten an. Sie versuchten zunächst, verbal Kontakt zu dem Bewohner aufzunehmen, um ihn zur Aufgabe zu bewegen. Um 17.58 Uhr schließlich gab es einen dumpfen Knall, einige weitere, leisere folgten. Anwohner, die in ihren Häusern an den Fenstern standen, sahen das gleißende Licht einer Blendgranate. Die Fensterscheibe über der Eingangstür des Hauses barst. In kürzester Zeit konnten die Spezialkräfte den Mann überwältigen.

Der 37-Jährige steht nach Polizeiangaben unter Betreuung, polizeilich trat er bislang nicht in Erscheinung. Er wurde in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung gebracht. Die Kriminalpolizei hat nun die Ermittlungen aufgenommen - wegen des Verdachts der Bedrohung, der gefährlichen Körperverletzung und des Widerstands.

Ein wenig Spott klang in den Stimmen der Menschen mit, die sich am Nachmittag am Rande der Königsstraße im Brachter Ortskern versammelt hatten und den Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Spezialkräften verfolgten. "Da sag' noch mal einer, in Bracht wäre nichts los", sagten sie. Wut und Verzweiflung klang hingegen aus der Stimme eines Ladeninhabers. Er klagte darüber, dass er nun zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen einen kompletten Nachmittag lang einen Verdienstausfall verzeichnen musste, weil sein Geschäft nicht erreichbar war.

Am Nachmittag des 27. Oktober hatte die Feuerwehr einen Brand im Keller des Mehrfamilienhauses löschen müssen. Nach der Spurensicherung am Brandort Ende Oktober ging die Polizei von vorsätzlicher schwerer Brandstiftung aus. Im Keller hatte sich eine Elf-Kilo-Gasflasche befunden, die von der Feuerwehr gekühlt werden musste. Die Ermittlungen laufen derzeit noch, ein Täter ist noch nicht gefunden.

Zu der Frage, ob es möglicherweise einen wie auch immer gearteten Zusammenhang zwischen der Brandstiftung und der Tat von gestern Nachmittag geben könnte, konnte eine Polizeisprecherin am Abend noch keine Auskunft geben.

Quelle: RP
 
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