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Niederkrüchten
Markenmode zum fairen Preis

Niederkrüchten: Markenmode zum fairen Preis
Gut besucht war die erste Modebörse der Arbeiterwohlfahrt Niederkrüchten. Die Kunden konnten Schnäppchen machen, und die Verkäufer hatten die Gelegenheit, für ihre Waren einen fairen Preis zu erzielen. FOTO: Busch
Niederkrüchten. Zum ersten Mal fand in Niederkrüchten eine "Second Hand"-Modebörse statt. Die Käufer konnten in der Awo-Begegnungsstätte aus Bekleidung, Schuhen und Accessoires wählen. Von Jannetta Szpak

Claudia Wirtz ist zufrieden: Zwei Röcke und ein Oberteil hat die Wegbergerin bereits zur Seite gelegt. "Das nehme ich mit", sagt Wirtz. Mit ihrem Mann und ihrer Tochter nutzt sie die Vielfalt der angebotenen Bekleidungsstücke, Schuhe und Taschen zum ausgiebigen Stöbern und Anprobieren. Doch bevor man in den Saal zu Jeans, Lederjacken und Pelzen gelangt, müssen die Besucher Eintritt zahlen.

Claudia Wirtz kritisiert den Eintrittspreis: "Nirgendwo stand vorher, dass pro Person 2 Euro genommen werden." Das dämpft am Eingang die Vorfreude. Auch andere Besucher sind überrascht. Eine Frau entscheidet sich, wieder zu gehen. "Das ist für einen gemeinnützigen Zweck", erklärt Waltraud Brix von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Niederkrüchten, die die "Second Hand"-Modebörse zum ersten Mal veranstaltet.

Direkt anprobieren

Eine junge Verkäuferin packt ihre Sachen aus, als bereits die ersten Besucher zwischen den Kleiderständern stöbern. Sie hofft auf einen erfolgreichen Tag: "Ich brauche Geld, deswegen mache ich mit", sagt sie, möchte ihren Namen aber nicht verraten. Auch die anderen Verkäufer halten sich lieber zurück. Viele berichten von schlechten Erfahrungen bei Internet-Auktionshäusern. Ein Grund, Gürtel, Sonnenbrillen und Co. bei einer Modebörse anzubieten. "Da können Interessierte die Sachen anprobieren", sagt eine Verkäuferin aus Amern. Sie hofft, dass sie die 10 Euro pro Tischmeter durch den Verkauf wieder eingenommen hat.

Bei der "Second Hand"-Börse für Erwachsene steht hochwertige Bekleidung im Vordergrund. Artikel unter 5 Euro werden nicht angeboten werden. Auf den Tischen liegen Pullover, T-Shirts und Hosen farblich sortiert. Zwei Modepuppen tragen Pelze, dazu das passende Halstuch und einen edlen Hut. Viele Waren sind noch mit dem Original-Preis etikettiert. Samira Ehlers überlegt nicht lange: "Eine tolle Winterjacke für 50 Euro", sagt die Viersenerin. Sie ist stolz, ein Schnäppchen gemacht zu haben: Der Verkäufer wollte 70 Euro haben.

Eine kleine "Shopping-Pause" können die Besucher in der Cafeteria nebenan bei Kaffee und Kuchen einlegen. Michael Hanselmann und Waltraud Brix von der AWO Niederkrüchten arbeiten zusammen mit sechs weiteren Personen ehrenamtlich bei der Modebörse. "Wir möchten den Verkäufern eine Möglichkeit bieten, für ihre Sachen einen halbwegs guten Preis zu bekommen", so Hanselmann. "Ramschware" für 50 Cent hat hier keinen Platz. Ob eine weitere Börse veranstaltet wird, können die beiden noch nicht sagen. Die ersten Anmeldungen dafür liegen ihnen jedoch bereits vor.

Quelle: RP
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