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Brüggen
Marketingkonzept soll Brüggen helfen

Brüggen: Marketingkonzept soll Brüggen helfen
Bei Festen ist der Brüggener Ortskern gut besucht - hier beim Spargelmarkt. Auch an den Wochenenden sind viele Gäste da. Unter den Brüggen-Besuchern machen die 60-Jährigen einer Studie zufolge die größte Gruppe aus. FOTO: Busch
Brüggen. Nur jeder zweite Kunde im Ortskern ist ein Brüggener. Die größte Gruppe bilden Besucher, die etwa 60 Jahre alt sind. Jüngere Kunden vermissen moderne Gastronomie, Lokale, die abends länger geöffnet sind, und Bekleidungsgeschäfte Von Birgit Sroka

Für den Brüggener Ortskern gibt es ein neues Marketingkonzept. Unter dem Motto "Bewusst Brüggen - Gemeinsam Handeln" soll es helfen, den Ortskern attraktiver zu machen. Das Konzept stellte die Wirtschaftsförderung der Gemeinde jetzt im Kultursaal der Burg örtlichen Einzelhändlern und Immobilienbesitzern vor.

Das Marketingkonzept von Kathrin Ingenrieth baut auf der Analyse des Leerstandskatasters auf, die die Studentin kürzlich erstellt hatte. Das Konzept soll eine Leitlinie sein. "Keiner bekommt etwas übergestülpt, keiner muss etwas an seinem Handeln ändern", versicherte eingangs Bürgermeister Frank Gellen (CDU). Doch wäre es schön, wenn Anregungen aus dem Konzept aufgegriffen werden würden.

Kathrin Ingenrieth erklärte, was es mit der Idee "Bewusst Brüggen" auf sich hat: "Bewusst sein" liege im Trend, erklärte die Studentin. Ein Wiedererkennungswert werde durch die Kombination geschaffen - im Tourismus etwa durch das Motto "naturbewusst", im Einzelhandel durch "bewusst vertraut", in der Gastronomie durch "servicebewusst". Ähnliche Beispiele gibt es für Kultur, Sport und Umwelt.

In der anschließenden Diskussion zu Käufergruppen und Kaufverhalten machten die meisten der anwesenden Händler deutlich, dass nur etwa die Hälfte der Kunden aus Brüggen kommt. Den größten Umsatz machen einige Händler und Gastronomen am Wochenende. Dazu tragen vor allem viele ältere Kunden bei, die gruppenweise in Bussen nach Brüggen kommen. Dies präge das Ortsbild. Wirtschaftsförderer Guido Schmidt zitierte eine Studie der Fontys-Hochschule, die zeigt, dass unter den Brüggen-Besuchern die 60-Jährigen die größte Gruppe ausmachen.

Man müsse "arg daran arbeiten, dass der Mix im Ortskern stimmt", mahnte ein Zuhörer. Ein Dorn im Auge sind den Brüggener Händlern die "Billigläden", die das Kaufangebot nicht gerade verbesserten. Doch sei es schwierig, bekanntere Handelsmarken für den Ortskern zu interessieren - denn die beliebte Ladengröße von 100 bis 200 Quadratmetern wird in Brüggen überhaupt nicht angeboten. Im Einzelfall solle geprüft werden, ob man nicht baulich zwei benachbarte Geschäftsräume miteinander verbinden könne, um größere Läden zu schaffen. Jüngere Käufer vermissen ein modernes Gastronomieangebot - auch Lokale, in denen Besucher abends länger verweilen können. Ebenfalls fehlt ein gutes Bekleidungsangebot für Jüngere. Auch familienfreundliche Angebote werden gewünscht, zudem Spielgeräte auf dem Nikolausplatz. Ein Zuhörer stellte fest: "Das Brüggener Angebot ist antiquiert."

Gabriele Seifert-Lieck vom Brüggener Werbering rief Eigentümer dazu auf, in die Modernisierung von Ladenlokalen und Immobilien zu investieren. Kathrin Ingenrieth riet den Einzelhändlern, erfolgversprechende Nischen zu finden und gemeinsame Aktionen zu starten - etwa Schaufenster-Wettbewerbe, eine Bonuscard oder den Ausbau des Spargelmarkts unter dem Motto "Musik und Genuss".

Quelle: RP
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