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Viersen
Mehr Geld für Sportler

Viersen. In der gestrigen Sondersitzung des Sportausschusses war eine Mehrheit dafür, die Sportpauschale des Landes bis 2023 zu verplanen. Der TSV Boisheim muss sich allerdings noch gedulden. Von David Beineke

Gestern am späten Nachmittag war wieder jede Menge los im großen Sitzungssaal des Viersener Forums. Die vier Sportvereine, die mit finanzieller Unterstützung der Stadt die von ihnen genutzten Sportanlagen modernisieren wollen, hatten neben einigen Vorstandsmitgliedern auch Aktive in die Sondersitzung des Sportausschusses entsandt.

Sie wollten beobachten, ob die Politik eine Lösung für das Problem findet, dass Geld fehlt, weil die insgesamt vier Projekte des TSV Boisheim, des Dülkener FC, des 1. FC Viersen und der LG Viersen teurer werden als geplant. Mit der Mehrheit von CDU, SPD und FDP wurde beschlossen, dass die Sportpauschale des Landes um ein weiteres Jahr, also bis 2023, vorab verplant wird, sich gleichzeitig aber der Eigenanteil der Vereine von 20 auf 25 Prozent erhöht. Endgültig entscheiden muss nächsten Dienstag der Rat. Bis die anwesenden Vereinsvertreter aber die freudige Nachricht entgegennehmen konnten, war etwas Geduld gefragt. Denn das dem eigentlichen Ausschuss vorgelagerte Obleutetreffen der einzelnen Fraktionen dauerte rund 15 Minuten länger als geplant. Eine Mehrheit für die weitere Verplanung der Sportpauschale des Landes in Höhe von jährlich 200.000 Euro war offenbar nicht so einfach zu finden. Das wurde auch in den Positionen deutlich, die die Fraktionen im Ausschuss zum Ausdruck brachten. So machten Norbert Dohmen für Bündnis 90/Die Grünen und Werner Jungblut für FürVie deutlich, dass sie gegen eine Ausweitung bis ins Jahr 2023 sind, wobei sich für FürVie bei der Abstimmung enthielt. Auch Heinz Plöckes von der SPD äußerte Bedenken, auch vor dem Hintergrund eventuell noch weiter steigender Kosten, dennoch stimmten die Sozialdemokraten nachher zu. Das tat auch die FDP, allerdings nur unter der Prämisse, den Eigenanteil der Vereine auf 25 Prozent zu erhöhen. Ein Vorstoß, der auch im Obleutetreffen den Durchbruch gebracht haben könnte. Denn Fritz Meies (CDU) als vehementer Fürsprecher für das zusätzliche Jahr Sportpauschale, um den betroffenen Vereinen eine solide finanzielle Basis für ihre Projekte zu verschaffen, meinte: "Die Mehrheiten sind so knapp, dass wir froh sind, wenn die FDP dabei ist. Dann sind wir mit dem erhöhten Eigenanteil einverstanden."

Etwas in die Röhre guckte gestern allerdings der TSV Boisheim, der indirekt auch Auslöser für die Sondersitzung war. Als der Sportausschuss nämlich am 25. Oktober darüber entscheiden wollte, ob angesichts steigender Kosten unter den drei anderen betroffenen Klubs ein Rest aus der Sportpauschale für das laufende Jahr 2016 in Höhe von rund 80.000 Euro aufgeteilt wird, kamen die Boisheimer kurzfristig mit der Nachricht, dass die Umwandlung ihres Aschen- in einen Rasenplatz wegen Problemen mit dem Untergrund um 50.000 Euro teurer wird. Weil vor zwei Wochen keine spontane Lösung gefunden wurde, mussten sogar die schon angerückten Bagger ihre Arbeit einstellen. Auch gestern war nicht klar, mit welchem Geld den Boisheimern kurzfristig geholfen werden kann. Fritz Meies allerdings versprach nach der Sitzung: "Wir lassen den TSV nicht im Stich. Wenn nötig, kommen wir vor dem Rat noch mal zusammen."

Quelle: RP
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