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Viersen
Mehr Großtagespflege für U3-Kinder

Viersen. Nicht nur Betreuungsmöglichkeiten für Drei- bis Sechs-Jährige fehlen in Viersen: Auch für Nachwuchs unter drei Jahre gibt es zuwenig Angebote. 18 Plätze werden bis Ende 2016 in zwei neuen Großtagespflegestellen geschaffen. Von Daniela Buschkamp

Für Kinder unter drei Jahre rechnet die Verwaltung auch mit einer steigenden Betreuungs-Nachfrage - zum einen, weil mehr Kinder als erwartet im Stadtgebiet leben, etwa durch Zuzüge von Familien. Zum anderen, weil Flüchtlingsfamilien nach Viersen zugewiesen werden. Die Antwort auf diese Herausforderung lautet "Großtagespflegestelle". Hinter dem sperrigen Begriff verbergen sich Erzieherinnen, die maximal neun Kinder in einer Wohnung betreuen. "Bis zum Jahr 2018 wollen wir insgesamt fünf Großtagespflegestellen einrichten", erläutert der Erste Beigeordnete Paul Schrömbges. Zwei sollen noch in diesem Jahr in einem Bungalow am Hüsgesweg die Arbeit aufnehmen; dort, in Alt-Viersen, baut die VAB. Allerdings ist fraglich, ob fünf Angebote langfristig auch genügen: "Durch den Zuzug asylsuchender Familien ist eventuell eine Aufstockung erforderlich", so Schrömbges.

Zurzeit liegt die Betreuungsquote für Unter-Drei-Jährige im Stadtgebiet bei 33,5 Prozent. Kitas, aber auch Tagespflege-Eltern kümmern sich um sie. Mit den neuen Großtagespflegestellen kann diese Quote auf 34,5 Prozent erhöht werden. Warum das für die Stadt günstig ist: "Es ist ein ideales Mittel, um den Bedarf zu decken", sagt der Erste Beigeordnete. Die Stellen könnten mit einer relativ kurzen Vorlaufzeit eingerichtet und auch wieder abgebaut werden, wenn die Nachfrage abnehme. Zudem gebe es keine langfristige Bindung an eine neue Immobilie für eine Kindertageseinrichtung.

Für die Erstausstattung muss die Stadtverwaltung rund 60.000 Euro aufbringen (etwa für Möbel und pädagogisches Material), pro Jahr fallen Personal- und Sachkosten in Höhe von rund 125.000 Euro an. Durch Landeszuschüsse und Elternbeiträge fließen 15.000 Euro.

Im August 2015 votierten die Mitglieder des Jugendhilfe-Ausschusses für dieses Konzept. Ganz neu ist es indes nicht. Im Stadtgebiet gibt es bereits zwei vergleichbare private Angebote: die "Tausendfüßler" in Dülken und die "Villa Kunterbunt" in Süchteln. Da es, so Paul Schrömbges, der Verwaltung in den vergangenen Jahren nicht gelungen sei, weitere Tagespflegeeltern für eine private Großtagespflege zu gewinnen, sollen die künftigen Mitarbeiter nun fest angestellt werden. Neben einer Erzieherin werden eine Kinderpflegerin und eine weitere Teilzeitkraft gebraucht.

Bis zu neun Jungen und Mädchen kann eine Großtagespflegestelle aufnehmen - bei zwei neuen Großtagespflegen sind in diesem Jahr 18 Plätze möglich. Die Öffnungszeiten sollen sich an denen der Kitas orientieren. Buchungen sollen für 35 und 45 Stunden möglich sein.

Jede dieser Gruppen soll zudem von drei bis vier Kindern aus asylsuchenden Familien genutzt werden können. So will die Verwaltung eine bessere Integration erreichen und vermeiden, dass Betreuungsangebote ausschließlich für Flüchtlingskinder entstehen.

Quelle: RP
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