| 00.00 Uhr

Kreis Viersen
Mehr Menschen im Kreis Viersen sind suizidgefährdet

Kreis Viersen. In NRW sind nach neusten Daten des Statistischen Landesamts im Jahr 2014 insgesamt 1831 Menschen freiwillig aus dem Leben geschieden, sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen für den Kreis Viersen wider: Dort begingen 26 Menschen 2014 Selbstmord (19 Männer, sieben Frauen), im Jahr zuvor waren es 19 (17 Männer, zwei Frauen).

"Warum mehr Menschen den Freitod gewählt haben, kann man nicht genau sagen. Fakt ist allerdings, dass durch Selbstmord in Deutschland mehr Menschen sterben, als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch oder Aids zusammen", sagt Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. "Bei Kindern und Jugendlichen bis 25 Jahre ist Selbstmord sogar die zweithäufigste Todesursache".

In vielen Fällen hätte das aber vielleicht verhindert werden können. Denn: 90 Prozent aller Selbsttötungen stünden in Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung, meist einer Depression, bei denen eine Therapie aus der Krise helfen könnte.

Alarmzeichen sind hoffnungslose Stimmungslagen und eine übertriebene negative Sicht auf die Welt und sich selbst. Auch bei ständigen Schuldgefühlen und einem Rückzug aus dem sozialen Alltag sollten Angehörige aufpassen - und es als Alarmzeichen werten.

Erste Hilfen bieten beispielsweise die ausgebildeten Helfer der Telefonseelsorge, die rund um die Uhr kostenlos unter der Nummer 0800/1110111 erreichbar sind.

(kai)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kreis Viersen: Mehr Menschen im Kreis Viersen sind suizidgefährdet


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.