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Viersen
Mehr Sicherheit - keine Chance für Diebe

Viersen. Wie schütze ich mein Zuhause vor Einbrechern? Wann lohnt sich das Nachrüsten von Fenstern, Eingangs- oder Terrassentüren? Dies waren typische Fragen, die die Polizei beim Infostand am Remigiusplatz beantwortete Von Bianca Treffer

Das weiße Kunststofffenster ist fest verschlossen, als sich eine Hand mit einem Schraubendreher nähert. Gezielt wird er zwischen Rahmen und Fensterflügel platziert. Ein kurzer Schlag gegen die Kappe des Schraubendrehers - und das Fenster springt auf. "So leicht kommt ein Einbrecher ins Haus, wenn es sich um einfache Fensterbeschläge handelt", erklärt Kriminalhauptkommissar Harald Lamers dem Ehepaar, das den Einbruchversuch an einem Modellfenster mitten auf dem Remigiusplatz beobachtet.

Eine Demonstration, die nachdenkliche Blicke auslöst. "Wir haben Bewegungsmelder, aufmerksame Nachbarn und so manche andere Sicherheitsvorkehrung. Aber wenn man so etwas sieht, überlegt man doch, wo man den Einbruchschutz optimieren könnte", sagt der 70-jährige Viersener. Und genau das ist es, was die Polizei mit ihrer aktuellen Aktion "Riegel vor - Sicher ist sicherer!" erreichen möchte. Sie will für Einbruchsschutz sensibilisieren und helfen, Schwachstellen am eigenen Haus oder der Wohnung zu finden.

Die meisten Fragen drehen sich dabei um das Nachrüsten von Fenstern und Balkontüren im Altbestand. "Jedes Fenster und jede Türe kann man zusätzlich sicherer machen", sagt Kriminalhauptkommissar Willi Kawaters. Fenster, die jünger als rund zehn Jahre sind, kann man mit einem Pilzkopfsystem nachrüsten; bei älteren Modellen können Zusatzschlösser greifen.

Wie so etwas aussieht, verdeutlichen die Mitarbeiter von der Kriminalprävention mit Modellbeispiele vor Ort. Das gilt auch für Terrassentüren. Verbundsicherheitsglas einsetzen - das ist ein weiterer Schutz vor Einbruch. "Wie sieht es aus, wenn man Mieter ist?", möchte ein 89-jähriger Viersener wissen. Vorab mit dem Eigentümer sprechen und die gewünschten Veränderungen besprechen, lautet der Tipp der Polizei. "Vermieter müssten eigentlich dankbar sein, wenn sie so interessierte Mieter haben", meint Kawaters.

Das persönliche Sicherheitsgefühl und auch der finanzielle Rahmen entscheiden, was umgesetzt wird. Investitionen in Neuanschaffungen wie zum Beispiel mehrfach verriegelbare Haustüren lohnen sich. "Fangen Sie bei Ihrem Haus mit den Fenstersicherungen im Erdgeschoss an. Dann schauen Sie, wo es Schwachstellen in der ersten Etage gibt. Es muss dort nicht unbedingt jedes Fenster nachgerüstet werden. Es geht um Knackpunkte: Ist es ein Fenster, das über ein Flachdach der Garage erreicht werden kann? Läuft ein Regenrohr daran vorbei?. Schauen und entsprechend handeln", sagt Lamers mit Blick auf die Kosten.

Auch Taschendiebstähle sind immer wieder ein Thema. Denn gerade jetzt, vor den kommenden Weihnachtsmärkten, machen es manche den Langfingern einfach nur leicht. Wie Leichtsinn aussieht, ist nur wenige Meter weiter am Marktstand direkt zu sehen. Eine ältere Dame hat ihre Handtasche einfach in den Rollator gelegt. Ein Griff - und die Tasche mit Geldbörse und Papieren wäre weg. Leichtsinn ist es aber auch, Fenster auf Kipp stehen zu lassen oder die Haustüre nicht abzuschließen, wenn man das Haus verlässt. Dass Kastenschlösser sicherer als Ketten sind und zudem auch von außen abgesperrt werden können, ist ein weiterer Tipp, der potenziellen Einbrechern das Leben schwerer macht und die eigene Sicherheit erhöht.

Viele nehmen die angebotenen Informationsbroschüren zum Thema Einbruchsschutz mit oder tragen sich direkt für eine der kostenlosen weiteren Beratungen in der Dülkener Polizeidienststelle an.

Quelle: RP
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