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Eiserner Rhein
Ministerium prüft Bau der Viersener Kurve

Eiserner Rhein: Ministerium prüft Bau der Viersener Kurve
Rollen demnächst zwischen Venlo und Viersen noch mehr Kesselwagen? Sie passieren hier eine Straße an der Grenze zu Nettetal. Viele Güter aus Antwerpen stammen aus dem Chemieindustriepark. FOTO: Busch
Kreis Viersen. Untersuchungen für die Viersener Kurve im Zuge der Verkehrswegeplanung hat das Bundesverkehrsministerium bestätigt. Ziel ist es, den Güterverkehr von Antwerpen (Eiserner Rhein) und Rotterdam über Venlo ins Ruhrgebiet zu bringen. Von Ludger Peters

Das Bundesverkehrsministerium in Berlin prüft im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Kaldenkirchen-Dülken auch den Bau der "Viersener Kurve". Dies bestätigte das Ministerium jetzt auf Anfrage. Es prüfe die Wirtschaftlichkeit eines mehrere hundert Meter langen, weitestgehend geraden Verbindungsgleises zwischen den Strecken Venlo-Viersen und Viersen-Duisburg. Das Gleis ermögliche direkte Fahrten von Rotterdam und Antwerpen nach Duisburg. Es könnte also den Nutzen eines Ausbaus zwischen Kaldenkirchen und Dülken noch steigern.

Damit ist eingetreten, was die Kommunen an der Strecke unbedingt vermeiden wollen: Das Ministerium untersucht, ob der Güterverkehr der Nordseehäfen Antwerpen und Rotterdam über Viersen und Krefeld ins Ruhrgebiet gelenkt werden kann. Sie könnte auch als Ausweich- und Entlastungsstrecke zur Betuwelinie von Rotterdam über Emmerich dienen. Der sogenannte südliche Bypass ist vor etlichen Jahren zu den Akten gelegt worden.

Eiserner Rhein : Hintergründe und Fakten

Der seit Jahrzehnten diskutierte zweigleisige Ausbau der Strecke Kaldenkirchen-Dülken wurde danach endgültig verschleppt. Erst seit 2008 gibt es die RoCK-Initiative ("Regions of Connected Knowledge" - Regionen des verknüpften Wissens). Mit der Auftaktveranstaltung in Eindhoven schmiedete sie ein Bündnis für die direkte Zugverbindung im Personenverkehr von Eindhoven nach Düsseldorf über Venlo, Viersen und Mönchengladbach.

Kommunale Vertreter aus beiden Ländern warben gemeinsam in Berlin für das Vorhaben. Neuberechnungen zur Rentabilität der zweigleisig ausgebauten Strecke stützten ihre Argumente. Stets betonten die Befürworter, Neubau- und Bestandsstrecken müssten wirksam gegen Lärm geschützt werden. Denn dass auch mehr Güterverkehr auf die Strecke kommen würde, war allen Akteuren klar.

Sie konnten nicht verhindern, dass die endlose Debatte um den Ausbau des "Eisernen Rheins", die Güterverkehrsstrecke auf der Schiene von Antwerpen nach Duisburg, sehr schnell hier eine Fortsetzung fand - wenn auch nicht offen geführt. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, schreckte die Öffentlichkeit vor drei Wochen bei einer Diskussion in Neuss mit dem Hinweis auf, der "Eiserne Rhein" könne über die zweigleisig ausgebaute Strecke Venlo-Viersen geführt werden.

Diese Aussage bestätigt das Berliner Ministerium. Es werde nochmals alle drei Varianten des Eisernen Rheins in der Bundesverkehrswegeplanung untersuchen. Es handelt sich erstens um die historische, seit mehr als zwanzig Jahren stillgelegte Strecke über Roermond, Wegberg und Mönchengladbach. Zweitens betrifft dies die vor wenigen Jahren von der CDU/FDP-Landesregierung ins Spiel gebrachte Neubaustrecke entlang der A 52. Drittens ist es die Strecke über Venlo und Viersen. Der Prüfprozess werde bis weit ins Jahr 2015 dauern, erklärt das Ministerium.

Allerdings gibt Berlin der Alternativstrecke an der A 52 nur sehr geringe Chancen. Es werde eine Neubewertung geben, aber wegen der hohen Kosten sei ein Neubau sehr unwahrscheinlich. Ein Gutachten im Auftrag der NRW-Landesregierung hatte zuletzt 480 Millionen Euro erhoben. Das Bundesverkehrsministerium bestätigt, dass vor Jahren der Versuch gescheitert sei, mit Belgien und den Niederlanden einen gemeinsamen Weg zur Finanzierung zu finden.

Quelle: RP
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