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Viersen
Mit dem Laser gegen ungeliebte Tattoos

Viersen: Mit dem Laser gegen ungeliebte Tattoos
Andreas Klatt kann mit dem Laser Tätowierungen entfernen. Dazu sind - je nach Größe - mehrere Sitzungen nötig. FOTO: Busch
Viersen. Kaum scheint die Sonne, taucht das Tattoo auf. Schlecht, wenn der Name nicht zum Partner passt. Ein Fall für den Lasertherapeuten Von Daniela Buschkamp

Wenn die Liebe nicht Ernst bleibt, dann hat eine Frau mit Namenstattoo ein Problem. Außer, auch der nächste Freund heißt Ernst, dann kann der Schriftzug bleiben. Sonst ist ein Anruf beim Lasertherapeuten fällig, der die Erinnerung an eine vergangene Liebe von der Haut tilgen kann.

Der Viersener Andreas Klatt ist Lasertherapeut mit eigenem Studio - und er hat bei Sommerwetter richtig viel zu tun: Allein vier Anfragen waren es in der vergangenen Woche. Gerade bei warmen Temperaturen kommen auch längst vergessene Tätowierungen wieder ans Sonnenlicht. "Zwei Drittel aller Kunden, die sich ein Tattoo entfernen lassen wollen, sind Frauen", sagt der 31-Jährige. Ganz oben auf der Wunschliste steht: den Namen vom Ex-Freund entfernen zu lassen. "Oft wollen die Kunden auch wissen, was sie bei einer alten Tätowierung machen können. Manchmal kann es auch eine Lösung sein, diese aufzuhellen und mit einer neuen Tätowierung zu überdecken", schildert Andreas Klatt.

Die Tattooentfernung ist so etwas wie Star Wars auf der Haut: Es geht um den Kampf zwischen energiereichem Licht und Tattoofarben. "Durch den Laser werden die Farbpartikel erwärmt, zersetzen sich und werden innerhalb von vier bis sechs Wochen über das Immunsystem abtransportiert", so Klatt.

Innerhalb einer Sekunde schießt der Laser zehn Mal - wie empfinden das die Kunden, die ohne Betäubung gelasert werden? "Sehr unterschiedlich. Manche sagen, dass sie kaum etwas spüren, anderen haben starke Schmerzen", sagt der Lasertherapeut. Da das Schmerzempfinden bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sei und auch von der Tagesform abhänge, sagt Andreas Klatt, bevor er das Lasergerät anschaltet: "Es wird weh tun." Er weiß, wovon er spricht: "Ich entferne gerade mein Tattoo."

Vor jeder Behandlung steht ein Beratungsgespräch: "Bei stark farbigen Tattoos ist eine Entfernung schwierig", schildert der Lasertherapeut. Er arbeitet mit mehreren Tätowierstudios zusammen, falls für den Kunden ein neues Motiv (Cover-up) eine bessere Lösung ist.

Wie wird man Lasertherapeut? Andreas Klatt ist ausgebildeter Kranken- und Intensivpfleger, arbeitet Teilzeit an einem Kempener Krankenhaus. Für Bodypiercing und Tattoos hat er sich schon als Teenager interessiert. Seit 15 Jahren ist er als Bodypiercer tätig, gründete zwei Jahre später eine Firma und machte sich 2006 mit seinem Studio selbstständig. "Durch die Kontakte zur Tattooszene wurde ich darauf aufmerksam, dass die Nachfrage nach Tattoo-Entfernungen groß ist", sagt der 31-Jährige. 20011 machte er eine Zusatzausbildung und die Sachkundeprüfung "Laseranwendung in der Dermatologie".

Was empfiehlt Andreas Klatt jedem, der sich ein Tattoo stechen lassen will? "Überleg es dir gut." Nicht jede Liebe müsse direkt auf der Haut verewigt werden - denn ein Tattoo sei für die Ewigkeit. Oder solange, bis der Laser kommt.

Quelle: RP
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