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Viersen
Mit dem Rad von Hof zu Hof

Viersen. Rund 6000 Menschen waren am Wochenende auf den Feldern rund um Tönisvorst unterwegs. Die Kreisbauernschaft hatte zur Höfetour eingeladen Von Stephanie Wickerath

Abwechslungsreicher kann eine Höfetour kaum sein: Hat der Besucher bei Familie Platen gerade noch zwischen kleinen Weihnachtsbäumen gestanden, findet er sich bei Familie Dierkes zwischen 42.000 bunten Gerbera wieder. Weiter geht es zum Obstgut Tackheide der Familie Schmitz, wo der Duft frischer Erdbeeren in der Luft liegt. Auf dem Obsthof Unterweiden gibt es eine Rundfahrt durch die Plantagen, wo die ersten Äpfel wachsen. Und im Milchviehbetrieb der Familie Driehsen wartet frisch gemolkene Milch auf die Gäste.

Etwa 6000 Menschen nahmen gestern das Angebot der fünf Tönisvorster Höfe an, sich über Anbau und Viehhaltung, über Obstschnitt und Blumenpracht, Direktvermarktung und nachhaltige Landwirtschaft zu informieren. Etliche Besucher sind dabei mit dem Fahrrad unterwegs. Etwa 20 Kilometer legen sie zwischen den Höfen zurück, wo Jagdhornbläser der Kreisjägerschaft, Strohburgen, Stockbrotbacken und Bastelecken, aber auch Blumenangeln und Ponyreiten auf die Teilnehmer warten.

Der Schwerpunkt aber liegt auf der Landwirtschaft, die Betriebsführungen sind gut besucht. "Ich hätte nicht gedacht, dass Tannenbäume so langsam wachsen", sagt Petra Engels, nachdem sie mit Rudolf Platen an dessen 40.000 Bäumen vorbeigegangen war. "Das erklärt auch den Preis, den so eine Nordmanntanne hat", sagt die Frau aus Uerdingen. Außerdem erfahren die Besucher, darunter auch Tönisvorsts Bürgermeister Thomas Goßen, Landrat Andreas Coenen und CDU-Bundestagsmitglied Uwe Schummer, dass Familie Platen die Bäumchen bekommt, wenn sie drei Jahre alt sind. 15 bis 20 Zentimeter sind sie dann erst groß. "Acht bis zehn Jahre stehen die Bäume hier, ehe wir sie als Weihnachtsbaum verkaufen", erklärt der Landwirt, der die Tannenaufzucht seit 1992 betreibt.

Während der Weihnachtsbaumverkauf bei Platen eine saisonale Angelegenheit ist, verkaufen Jörg und Elsbeth Dierkes ihre Blumen das ganze Jahr über an den Großhandel. "Wir haben 42 verschiedene Sorten Gerbera in unserem Gewächshaus, die das ganze Jahr über blühen", erklärt Jörg Dierkes, der den Betrieb seit 1991 führt. Doch trotz jeder Menge Technik gibt es bei Dierkes viel Handarbeit. "Jede Blume muss von Hand gezogen werden", erklärt der Gärtner.

Blüten gibt es auf den Feldern des Obstguts Tackheide nicht mehr. Für Familie Schmitz ist jetzt Hochsaison: Die ersten Himbeeren und Erdbeeren müssen gepflückt werden. "Bis zu 80 Saisonkräfte stellen wir dafür ein", sagt Agnes Schmitz, deren Mann Hans-Albert den Betrieb mit Tochter Britta leitet. Auf 30 Hektar pflanzen die Schmitz' sieben Sorten Erdbeeren an. Zum Sortiment gehören auch Pflaumen, Aprikosen, Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Kiwi. Verkauft werden die Früchte im eigenen Hofladen und in der St. Töniser Fußgängerzone.

Quelle: RP
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