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Kreis Viersen
Mit der Regiobahn nach Venlo
Kreis Viersen: Mit der Regiobahn nach Venlo
Ein Zug der Regiobahn unterwegs in der Nähe von Kaarst. Bisher fährt die Bahn nur bis zum Kaarster See. FOTO: RPO
Kreis Viersen. Die Verlängerung der Schienenstrecke von Kaarst über Viersen nach Venlo rechnet sich. Der Kreis hofft, dass das Land die Betriebskosten übernimmt. Die Neubaustrecke Viersen-Kaarst kostet 58 Millionen Euro. Von Ludger Peters

Die Regiobahn soll von Kaarst über Viersen nach Venlo durchgezogen werden. Diesen beschluss fasste am Dienstagabend der Bauauschuss des Kreistages. Er beauftragte die Verwaltung gleichzeitig zu ergründen, wie sich die Folgekosten verteilen lassen, und Gespräche mit dem Land zur Übernahme der Betriebskosten aufzunehmen.

Die private Regiobahn fährt seit einigen Jahren zwischen Mettmann, Düsseldorf und Kaarst-See. Ihre Verlängerung als S 28 bis nach Viersen wird nach Angaben des Kreises etwa 58 Millionen Euro an Baukosten erfordern. Die Strecke ist vorhanden, muss aber reaktiviert werden. Die S 28 kann in Viersen dann auf die vorhandene Strecke über Dülken und Breyell nach Venlo verlängert werden. Dies ist nach Untersuchungen auch dann möglich, wenn die Strecke zwischen Dülken und Kaldenkirchen nicht zweigleisig ausgebaut wird.

Volkswirtschaftlich rentabel

Eine vertiefte Untersuchung ergab jetzt, dass die Strecke mit dem Kosten-Nutzen-Indikator 2,14 eingestuft wird. Sie rechnet sich im Verhältnis zu den Kosten, sobald der Indikator 1,0 erreicht ist. Berücksichtigt sind darin unter anderem die insgesamt anfallenden Kosten sowie die Effekte für die Umwelt durch geringere Emissionswerte. Da neben der S 28 auch neu eine Regionalexpress-Linie 28 von Düsseldorf über Mönchengladbach nach Venlo eingerichtet werden soll, ergibt sich volkswirtschaftlich eine hohe Rentabilität.

Der Technische Dezernent des Kreises, Andreas Budde, legte im Ausschuss mehrere Modelle vor, wie die Folgekosten finanziert werden könnten. Das kann für die Kommunen recht teuer werden, falls die Aufgabenträger die vollen Betriebskosten übernehmen müssten. Wälzt man die Kosten dagegen auf den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ab, wird das unweigerlich die Verkehrsumlage erhöhen – also alle VRR-Mitglieder treffen. Daher hofft man nun beim Kreis, dass beim Land eine spezielle Förderung erreicht werden kann. Das wäre keine Ausnahme und passte in die Politik, den Verkehr mit Bus und Bahn zu stärken.

Diese Karte will der Kreis jetzt spielen, weil die beteiligten Kommunen nicht in der Lage sein werden, die Folgekosten zu tragen und der VRR angesichts der Kosten ebenfalls kaum Interesse an der S 28 und am RE 28 haben dürfte. Landrat Peter Ottmann sieht das Land gefordert. Denn die verbesserte Verbindung über die Grenze hinweg stehe sicherlich auch im Interesse Düsseldorfs.

Quelle: RP
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