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Viersen
Mit Gebimmel zu den Geschäften

Viersen: Mit Gebimmel zu den Geschäften
Die Dülkener feierten am Wochenende beim Weihnachtstreff. Gestern ergänzte ihn der verkaufsoffene Sonntag. FOTO: Jörg Knappe
Viersen. Am Samstag füllten die Besucher beim Weihnachtsgebimmel die Innenstadt von Alt-Viersen und erledigten Weihnachtseinkäufe. In Dülken hatten auch Sonntag die Läden geöffnet Von Nadine Fischer, Ingrid Flocken und Bianca Treffer

Durch Alt-Viersen tuckerte die Bimmelbahn, in Dülken drehte sich der große Weihnachtsbaum. Am dritten Adventswochenende lockten die Einzelhändler die Besucher mit vielen Aktionen in die beiden Innenstädte. Davon profitierten jedoch nicht alle.

"Wir sind sehr zufrieden" - das ist nicht nur das Fazit von Jo Classen vom gleichnamigen Juweliergeschäft sowie Vorstandsmitglied im Werbering Viersen aktiv zu der Aktion "Weihnachtsgebimmel" am Samstag in der Viersener Innenstadt. "Die Aktion hat gezogen. Die Besucher gingen wirklich durch die gesamte Innenstadt, vom Remigius- bis zum Gereonsplatz. Die Idee, an fünf Punkten entlang dieser Strecke etwas Besonderes anzubieten, kam an", sagt Classen.

Keinen Weihnachtsmarkt zu organisieren, sondern auf mehrere kleine Eventpunkte zu setzen, scheint für die Kreisstadt stimmig zu sein. "Es war richtig was los, was wir sonst um diese Zeit nicht unbedingt haben. Die Frequenz in der Innenstadt war besser als im vergangenen Jahr am dritten Advent und auch deutlich besser als am zweiten Advent in diesem Jahr", sagt Helmut Rettler. Er betreibt die Galerie am Rathausmarkt und gehört ebenfalls dem Vorstand des Werberings an. "Der zweite Advent war auch gut, aber der dritte Advent war viel stärker", berichtet Cosima Dörfler, Store-Leiterin bei C&A. Auch beim Deko-Geschäft Depot strahlt man. "Es war um ein vielfaches voller als am vergangenen Wochenende", lobt Filialleiterin Caroline Löder.

Eins wurde von etlichen Einzelhändlern bemängelt: Es gab keine einheitlichen Öffnungszeiten, einige Geschäfte schlossen um 14 Uhr. "Da müssen wir nacharbeiten", sagt auch Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD). Zudem sei die Südstadt nicht so gut angenommen worden, "wie wir uns das vorgestellt hatten". Insgesamt sei das Weihnachtsgebimmel aber "eine gelungene Alternative zum verkaufsoffenen Sonntag".

Am Samstagabend schaute Anemüller beim Dülkener Weihnachtstreff vorbei, "da war es rappelvoll", sagt sie. Gestern war die Bürgermeisterin wieder dort, um gemeinsam mit Pfarrer Jan Nienkerke drei Engel mit einer Laubsäge zu erarbeiteten. Die anschließende Versteigerung erbrachte 60 Euro, die Laubsäger Karl Hans Weber dem Kinderschutzbund überreichte.

In der vergangenen Woche hatte Dülkens Ortsbürgermeisterin Simone Gartz (CDU) Anemüller dafür kritisiert, dass am dritten Adventssamstag nun erstmals Alt-Viersen zum Weihnachtsgebimmel lud. Die Aktion sei Konkurrenz zum Dülkener Weihnachtstreff und schwäche den Dülkener Einzelhandel. "Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass es in irgendeiner Form eine Konkurrenz gegeben hat", sagt Anemüller. "Eine Stadt mit rund 77.000 Einwohnern kann auch durchaus zwei Events an einem Wochenende vertragen."

Sie habe sich am Samstag an den Buden des Weihnachtstreffs umgehört, sagt Anemüller. Vor allem Mitglieder Dülkener Vereine standen darin. Die seien zwar mit dem Samstagmittag nicht ganz so zufrieden - "aber das Problem war vielmehr das Wetter". Torsten Grüters, der zum Organisationsteam des Dülkener Weihnachtstreffs gehört, erzählt: "Der Regen kam zur absoluten Unzeit". Der Samstag ließ sich eigentlich gut an, die Besucher kamen vom Wochenmarkt zu den Buden, doch als es gegen 16 Uhr anfing zu regnen, gingen viele nach Hause. Gestern waren die Besatzungen der Buden recht zufrieden mit ihrem Verkauf - zum Beispiel selbst gestrickte Socken, Marmeladen, handgeklöppelte Dekos.

Der verkaufsoffene Sonntag in Dülken brachte den Einzelhändlern nicht den erhofften Ansturm. Inge Kamp vom Schuhhaus Kocken schwärmt vom Samstag, als sie zur Ranzen-Party einlud. Gestern kamen nur einzelne Kunden. Waltraud Aach vom am Weihnachtstreff gelegenen Schuhhaus Aach meint: "Ich bin ganz zufrieden. Es war aber nicht der große Run."

Quelle: RP
 
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