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Viersen
Mit Helm, Hund und Gespann durch die Natur

Viersen: Mit Helm, Hund und Gespann durch die Natur
Fahren statt Gassi gehen mit dem Hund: Beim sind Mensch und Vierbeiner gemeisnam flott unterwegs. Foto: paka FOTO: Dogscooting
Viersen. Auch ohne Schnee können Hunde Menschen ziehen. Nach dem flotten "Dogscooting" gibt es für die Vierbeiner einen Energieshake. Von Jiota Kallianteris

An der Tönisvorster Straße herrscht Trubel. Sie ist Treffpunkt fürs "Dogscooting" entlang der Niers. Dahinter verbirgt sich ein immer populärer werdender Zughundesport, ähnlich dem Schlittenhundesport. Die Hunde ziehen mit einem Geschirr einen großen Tretroller mit ihren Menschen. Auch ohne Schnee ist es eine Sportart für die kühleren Monate, die Temperaturen sollten zwischen zehn und 15 Grad Celsius liegen. Dann laufen die meisten Hunde zur Höchstform auf.

Die Hunde warten friedlich auf das Aufwärmen und den Start. Die Scooter stehen bereit, ebenso die Helme für die Fahrer sowie die Geschirre und Wassernäpfe für die Vierbeiner. Anna Wolf von der Hundeschule "Wolfsrudel" organisiert regelmäßig "Dogscooting". "Die Strecken sind zwischen vier bis maximal zehn Kilometer lang. Für den Anfang ist es immer ratsam, mit geraden und kurzen Strecken zu beginnen", sagt die Hundetrainerin. Länger als 20 Minuten sollte eine Fahrt nicht dauern.

Ihr Lebensgefährte Ralf Deling hatte vor einigen Jahren die Idee, für Hündin Arka ein Zuggespann aus seinem Fahrrad zu bauen. Er stellte bald fest, wie viel Spaß es der Malinois-Hündin machte, das Gefährt zu ziehen und die Kommandos zu erlernen. "Der Zughundesport ist nicht nur für die körperliche Fitness der Tiere gut. Auch geistig werden sie gefordert, durch das Erlernen neuer Kommandos", sagt der Schlosser. Als die Strecken immer länger wurden, schaffte man sich einen professionellen Scooter und Zughundesportgeschirr an. "Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der Hund ein passendes Geschirr trägt, da es bei normalen Führgeschirren wegen der falschen Passform zu einer Fehlbelastung kommt", warnt Anna Wolf. Interessierte sollten sich vorher beim Spezialisten informieren. Für den Menschen sind ein Helm und festes Schuhwerk Pflicht, Handschuhe und eine Brille als Spritz- und Sichtschutz empfohlen. Ein Scooter kann bis zu 30 Kilometer pro Stunde erreichen. Ein Hund kann, so eine Faustregel, das Vierfache seines Körpergewichtes ziehen. Er sollte zwölf bis 15 Monate alt, in guter körperlicher Verfassung sein und sollte mindestens 18 Kilogramm wiegen, wenn er einziges Zugtier ist.

Nach dem Aufwärmen geht es los: Arka und Lito ziehen einen Scooter im Gespann. "Lito, ein Viszla-Pointer-Mix, liebt die Ausflüge mit den Rollern", so Besitzerin Karana Seibell. "Wir müssen sie sogar nach der Ankunft bremsen, sonst würde sie immer weiter laufen", ergänzt Kerstin Seidemann. Die beiden Frauen hatten die Hündin aus einem Tierheim in Griechenland geholt.

Logan, ein vier-jähriger Saarloos-Mix, lässt sich nicht von der Aufregung der anderen Hunde anstecken. Mit majestätischer Ruhe beschnüffelt er die Umgebung und wartet geduldig, bis sein Geschirr angelegt wird. Giulia Ganselmann lässt sich als einzige mit dem Mountainbike ziehen: "Dazu gehört aber viel Übung, denn das Mountainbike erreicht höhere Geschwindigkeiten, da sind schon mal 50 Kilometer pro Stunde drin." Ihre drei-jährige weiße Schäferhündin Mia brauche die Bewegung, um ausgelastet zu sein, da eigne sich "Dogscooting" prima. Leonie Weins (13) ist die jüngste Fahrerin, Labrador-Mix Buddy zieht sie durch die Landschaft, während sie die Fahrt mit einer Action Cam auf ihrem Helm filmt. "Das macht unheimlich viel Spaß", erzählt die Schülerin, die ihre Eltern begleiten.

Nach der Fahrt gibt es Wasser oder einen Energieshake für die Hunde sowie heißem Tee für die Besitzer. Dabei planen sie die nächste Scootingtour.

Quelle: RP
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