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Viersen
Mit Radiergummi und Farbe auf Tour

Viersen: Mit Radiergummi und Farbe auf Tour
Unter dem Titel "ALO-Galerie" stand diesmal die Kunst im Mittelpunkt. 50 Kinder - im Alter von sechs bis zwölf Jahren - gingen pro Ferienwoche unter die Künstler. FOTO: Franz-Heinrch Busch
Viersen. Dülkens neues Kunstzentrum heißt ALO: In den Ferien wurde das Kinder- und Jugendzentrum zur Kunstoase. Von Bianca Treffer

"Kunstgalerie ALO" ist in großen bunten Buchstaben an der Theke des Dülkener Kinder- und Jugendzentrums ALO zu lesen. Und das ist in der Tat so. Sorgfältig gestaltete Laubsägearbeiten sind zu sehen, es gibt phantasievollen Schmuck aus Fimo und selbstgenähte Sorgenfresser, wobei sich dahinter kleine Stofftaschen mit Reisverschluss verbergen. Ein Stückchen weiter stehen Leinwände, auf denen ein Porträtfoto des jeweiligen jungen Künstlers klebt. Wobei das Foto mittels der unterschiedlichsten Gestaltungen in die Leinwand eingebettet wurde. Zudem gibt es Naturbilderrahmen, hergestellt aus Bambus, Kordel und verschiedenen weiteren Naturmaterialien wie Federn und Muscheln. "Das alles haben wir in unserer diesjährigen Osterferienaktion gestaltet", sagt ALO-Leiterin Bettina Passon.

Unter dem Titel "ALO-Galerie" stand diesmal die Kunst im Mittelpunkt. 50 Kinder, im Alter von sechs bis zwölf Jahren, gingen pro Ferienwoche unter die Künstler. "Dabei haben wir diesmal ein besonderes Highlight dabei", bemerkt Passon. An zwei Tagen arbeitet das Kinder- und Jugendzentrum der katholischen Pfarrgemeinde St. Cornelius und Peter mit dem Kulturamt der Stadt Viersen zusammen und greift über das städtische Projekt "Art Action Viersen - Unterwegs in Viersener Ateliers", das über den Kultur Rucksack NRW gefördert wird, auf die Viersener Künstlerin Dagmar Reichel zurück. "Wir haben das ALO zwecks Kooperation angesprochen, weil uns die hier gemachten Angebote ansprechen und wir wollten gerne etwas zusammen machen", sagt Nicola Nilles vom Kulturamt.

Passon war von der Anfrage begeistert und gemeinsam integrierte man das Angebot "Ruckzuck, ein Druck", welches Reichel auch bei "Art Action Viersen" anbietet, in das Ferienkunstprogramm vom ALO ein. Und so dreht sich im großen Gruppennebenraum alles um den Druck. "Wir haben dabei aus Radiergummis Druckvorlagen hergestellt, weil diese sich leichter bearbeiten lassen als Linolplatten", erklärt Reichel, die gerade bei Carlotta nachschaut, ob die seitenverkehrt eingeschnitzten Buchstaben auch alle richtig sind. Carlotta hat sich nicht nur für ein Wort entschieden, sondern gleich für drei. "Meine beste Freundin" will sie in gelber Farbe auf ihre weiße Stofftasche stempeln. Bei Christian muss Helferin Dani die Farbbremse anziehen. "Das ist viel zu viel Farbe. Du gehst die Rolle jetzt auswaschen und dann machen wir das einmal zusammen", sagt die junge Frau. Kurze Zeit später hält Christian den ersten Druck seines Namens auf Fotopapier in der Hand und das wunschgemäß nicht in einer Farbe, sondern in einem bunten Farbengemisch. Ein zufriedenes Lächeln ist beim jungen Künstler zu sehen. Genau so hat er sich seinen Druck vorgestellt. "Ich finde bunt schön", lautet sein Kommentar. Auf den mit Folie abgedeckten Tischen tragen Mädchen und Jungen Farbe per Roller auf die Druckplatten auf, es ratschen Linolmesser über Radiergummis und Kinderhände drücken und klopfen kräftig, wenn es an den eigentlichen Druck geht. Bei Amelie entsteht so auf einer Tasche ein roter Druck mit dem Wort "ALO". Lilo hat sich für ein abstrakt geschnitztes Muster in grün sowie ihren Namen entschieden, bei Nele leuchten dem Betrachter rote Herzen entgegen. "Das macht riesig Spaß", meint Nele, die ihre Tasche zum Trocknen am Wäscheständer festklemmt, wo schon etliche bedruckte Varianten im Wind flattern.

Aus der Küche duftet es indes verheißungsvoll. Die Betreuer Peter und Marina bereiten das Mittagessen vor, das an diesem Tag aus Gyros, buntem Salat, Schafskäse, Joghurtsauce und Fladenbrot besteht, das sich jeder Künstler nach Wunsch zusammenstellen kann.

Quelle: RP
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