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Kreis Viersen
Mitarbeiter von Kaiser's protestieren

Kreis Viersen. Gewerkschaft Verdi organisierte "kämpferische Mittagspause" in Viersen. Von Sabine Janssen

Auf einen Teil ihres Weihnachts- und Urlaubsgeldes haben Norbert Frehn (53) und Holger Schroers (50) wie alle Mitarbeiter verzichtet, um "ihr" Unternehmen zu unterstützen. "Gefruchtet hat's wohl nicht", sagen die beiden Männer, die in der Kfz-Werkstatt des Logistikzentrums von Kaiser's Tengelmann in Viersen arbeiten.

Seitdem im Oktober vergangenen Jahres die Nachricht kam, dass das Unternehmen an die Edeka-Gruppe verkaufen will, sorgen sich die Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Das Kartellamt hat den Verkauf untersagt. Nun soll es einen Ministerentscheid geben. "Eure Zukunft liegt auf dem Schreibtisch von Wirtschaftsminister Gabriel", erklärt Verdi-Generalsekretärin Sabine Busch den rund 60 Mitarbeitern, die sich vor dem Logistikzentrum eingefunden haben. Eine Entscheidung wird für Juli erwartet. Auch Rewe soll Interesse an der Supermarktkette bekundet haben. 16 000 Menschen beschäftigt Kaiser's bundesweit, rund 600 sind es im Kreis Viersen: ca. 250 Mitarbeiter im Logistikzentrum, ca. 90 im Fleischwerk Birkenhof und der Rest in Supermarkt-Filialen.

Vier Forderungen hatte Verdi gestern plakatiert: Keine Privatisierung der Filialen, Schutz der Tarifverträge, Erhalt der Arbeitsplätze und Betriebsräte. "Eine Privatisierung an selbstständige Kaufleute, wie bei Edeka üblich, lehnen wir ab, da sich damit meist die Arbeitsbedingungen verschlechtern", sagt Busch. "Dies ist eine kämpferische Mittagspause", sagt Reiner Schroers, Betriebsratsvorsitzender Nordrhein und seit 37 Jahren im Unternehmen, das in die roten Zahlen gerutscht ist. "An einem liegt's nicht: an den Mitarbeitern", sagt er. Frehn und Schroers gehen unterdessen wieder an die Arbeit. Dass ihre Zukunft auf dem Ministerschreibtisch liegt, stimmt sie nicht wirklich optimistisch.

Quelle: RP
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